400 Jahre Reeperbahn
Shownotes
Themen dieser Episode:
• 400 Jahre Reeperbahn: woher der Name kommt und was er verschweigt • Vom Handwerkerviertel zur Amüsiermeile: der epochale Wandel im 19. Jahrhundert • Vermarktung, Mythos und die Frage, was davon wirklich stimmt • Spielbudenplatz und das Ringen ums Mitbestimmen • Was Hamburg von seiner berühmtesten Meile lernen kann und was es verdrängt
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Eva Decker stpauli-archiv.de Der Hamburger Newsletter Den HAMBURGER bestellen
Impressum: Host & Konzept: Regine Marxen / Redaktion: Regine Marxen, Der Hamburger / Sounddesign: Stefan Endrigkeit / Sounds and Pods Hamburg Cover Art Direction: Laura Matamoros Fragen, Themenideen oder Anmerkungen sende gern an: hello@soundsandpods.studio
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00:00:00: Es scheint mir auch die gleiche Generation zu sein, die übrigens den Umbruch von Varietekultur der Zwanzigerjahre.
00:00:06: Wo man sich bei Schönheitstänzen in so ein elegantes Varietee wie das Al-Kasar bewegt heute in Klamathia Pennymarkt und sich da eben Jazz und Charleston.
00:00:17: also diese Kultur zwanziger Jahre... Wie muss es für diese Generation gewesen sein, wenn plötzlich dann in den Fünfzigerjahren ein Strip dies laden mit Pariser Wäsche schau.
00:00:28: Hier in der großen Freiheit wie Pilze aus dem Boden schießen und das sind halt Läden.
00:00:33: Das ist jetzt nicht schön als Tanz.
00:00:35: Moin moin Hamburg!
00:00:45: Sie kennt die Rehbarbahn so gut dass sie manchmal vergisst, dass sie eigentlich aus Wien kommt.
00:00:51: Eva Decker Historikerin, Stadtführerin, Geschichtensammlerin und mein Gast in dieser Folge.
00:00:58: Ich bin Regina Maxen.
00:00:59: das ist der Podcast Der Hamburger Inside.
00:01:02: unser Thema in dieser folge – Vierhundert Jahre Reperbahn Eine Meile mit Geschichte!
00:01:09: Reperbahnen, das kommt von den Rebschlägern, den Schiffstauemachern die vor vierhundert Jahren aus der Innenstadt dorthin umzogen und auf langen schmalen Bahnen ihre Taue dreht.
00:01:20: Aber auf der Straße, die heute diesen Namen trägt, wurde nie ein einziges Tau gedreht.
00:01:27: Wie das zusammengeht und was hinter diesem Jubiläum steckt?
00:01:30: Und warum einen Blick auf vierhundert Jahre Reeperbahn immer auch ein Blick auf Hamburg, auf Macht, auf Milieu – und auf Menschen ist!
00:01:38: Das erklärt uns Eva Decker.
00:01:41: Sie ist seit Jahrzehntausend.
00:01:42: eins in Hamburg Hat am Sonn-Pauli Museum angefangen und macht heute Stadtführung, forscht zur Queer in Stadtgeschichte.
00:01:49: Und in diesem Podcast erzählt sie von gestern aber eben auch von heute – und das ist mindestens genauso spannend!
00:01:57: Bevor wir loslegen kommt ein Tipp von mir in eigener Sache.
00:02:01: Hinter diesem Podcast steht ein kleiner unabhängiger Verlag und ein ganzes Magazin Das heißt der Hamburger.
00:02:07: Kann man sich easy merken, erscheint viermal im Jahr und das im Coffee-Table Format!
00:02:12: Wenn ihr die volle Hamburg Packung haben möchtet – und euch Stories wie diese begeistern – solltet ihr Euch genau dieses Magazin besorgen?
00:02:20: Hamburg und seine Menschen so wie man sie selten sieht und liest.
00:02:24: Das Magazin gibt's am Kiosk Online auch im Abo Logo.
00:02:27: Und wenn Ihr den wöchentlichen Newsletter noch nicht kennt Kulturempfehlung exklusive Inhalte direkt ins Postfach, dann ist jetzt ein guter Moment ihn kennenzulernen.
00:02:37: Einfach anmelden kostenlos.
00:02:38: den Link zu allem gibt's in den Schonots!
00:02:42: Und wenn euch dieser Podcast etwas bedeutet bewertet uns auf eurer Lieblingsplattform.
00:02:48: es dauert dreißig Sekunden und für uns und unsere Gäste macht das den Unterschied wie oft dieser Podcast gefunden und gehört wird.
00:02:58: Zurück zu Eva, Vierhundert Jahre Reeperbahn.
00:03:00: Sankt Pauli aber ist viel älter oder Eva?
00:03:04: Ja ich brösel's mal auseinander.
00:03:06: Also die Reepermahn feiert vierhundert jahre wie du schon sagst nicht der gesamte Stadtteil, der eine andere Geschichte hat oder eine anders gefasste Geschichte hat.
00:03:15: Aber ja es geht um vierhunderte Jahre ReEPERBAN und Der Hintergrund ist der Umzug der Rebschläger der Schiffstaubmacher Die vorher im Eichholz ihre Produktionsstätten hatten das ist heute die Neustadt da so rund um den Michel und die dann eben vor vierhundert Jahren hier ausweichen müssen.
00:03:31: Mit hier meine ich das Deratorium, dass damals noch der Hamburger Berg hieß und eben das wir heute als St.
00:03:37: Pauli kennen.
00:03:38: Das ist so der Hintergrund.
00:03:39: aber ja es gibt unterschiedliche Geschichten zu dieser Geschichte.
00:03:44: also ich gucke deswegen mit runzlender Stirne weil ja auch st.
00:03:48: pauli selber der Stadtteilnahme beispielsweise der ist so gesehen jünger als der Umzugstermin der Repa-Bahnen.
00:03:56: Genauso der Stadtteil heißt erst, unter Anführungszeichen ab, aus den St.
00:04:00: Pauli.
00:04:01: Vorher ist eben der Hamburger Berg.
00:04:02: also das wäre auch so ein Ansatzpunkt für St.Pauly Geschichte.
00:04:06: oder man kann auch ins Mittelalter gucken als sich hier in der Gegend der Pepermühlenbeek nahe der Elbe heute war es eigentlich schon die Altona-Seite ein Groster gründet entzieht der Zernserinnengroster dass dann aber im dreizehn Jahrhundert wieder die Zelte einpackt.
00:04:21: Genau, es gibt unterschiedliche Ansatzpunkte wo man mit Geschichte St.
00:04:24: Paulis anfängt.
00:04:25: das will ich damit zum Ausdruck bringen.
00:04:27: Warum kennst du dich so gut aus mit dieser Geschichte?
00:04:29: denn du klingst jetzt nicht so also wirst du per se Hamburgerin?
00:04:31: Warum haben wir Dich hier außer Kurm für diesen Podcast?
00:04:34: warum bist Du die perfekte Person um mal mit uns über vierhundert Jahre riechbar zu sprechen?
00:04:38: Ich verstehe dass es irritiert wirklich.
00:04:40: ich vergesse nur manchmal ehrlich gesagt selber dass ich ja aus Wien hergekommen bin weil ich mit dem St.
00:04:45: Pauli-Thema einfach schon wirklich lange zu tun habe und da hat es dann mit der eigenen Herkunft im Grunde, ja das hatte jetzt keinen Platz.
00:04:53: also manchmal vergesse ich's tatsächlich selber dazu zu denken uns zu verstehen dass das natürlich irritiert wenn man dann auch mit einem wie ich mir sagen hab lassen deutlich erkennbaren Wiener Akzent über st.
00:05:04: pauli Geschichte Auskunft gibt.
00:05:06: Ich lief einmal die Antwort bitte Ja, das liegt an meinem Beruf.
00:05:13: Ich bin eben Historikerin und ich habe mich im Laufe meiner Historikerinnen-Karriere aufs Parkett des St.
00:05:20: Pauli Museums begeben.
00:05:22: Das ist jetzt aber mittlerweile...ich muss jetzt grob schätzen, fünfzehn Jahre her.
00:05:25: Das Museum existiert ja auch schon seit einiger Zeit nicht mehr.
00:05:29: Aber das war mein Einstieg nach St.
00:05:32: Jetzt, wo wir reden.
00:05:33: Ich glaube einer der wichtigsten Schlüssel war eben Günther Zindt, unser Museumsgründer.
00:05:37: Ich hatte davor, ehrlich gesagt schon eine ganze Zeit in Hamburg verbrachte.
00:05:41: ich bin seit Jahrzehnte hier.
00:05:44: Hatte aber mit dem Studium genug zu tun hat mit der Arbeit genug zu tun und wenig mit St.
00:05:47: Pauli zu tun.
00:05:48: das kam tatsächlich per Zufall muss ich sagen und weniger weil jetzt mich explizit da jetzt ja oder mit Vorsatz auf die St.Paule geschichtet gestürzt hätte.
00:05:58: Das hat sich tatsächlich so zufällig ergeben, wie es so manchmal ist.
00:06:01: Es hat sich dann zurechtgeschoben und jetzt habe ich ... Wie erwähnt also schon seit über zehn Jahren mit der Stadtteil die Geschichte zu tun?
00:06:09: Und das ist wohl ein Resultat an dessen, dass ich auch gut Auskunft geben kann!
00:06:14: Aber ehrlich gesagt, ich denke manchmal... Ich glaube jeder, der seinen Beruf gerne macht, der den auch lange macht und mit einer gewissen Intensität oder Ernsthaftigkeit dem wird's genauso gehen.
00:06:23: Also sie wäre wahrscheinlich erschreckend wenn ich das nicht könnte, denke ich mir
00:06:28: Was fasziniert dich denn an diesem Stadtteil und an der Repa-Bahn so, dass du dich gerne damit beschäftigst oder unter anderem zum Beispiel auch Führungen machst?
00:06:38: Also was interessiert mich an dem Stadtteil war es fasziniert mich.
00:06:41: Ich versuche mich wirklich kurz zu halten.
00:06:44: ich meine mein Hauptinteresse gilt eben Geschichte von unten.
00:06:47: Unteranführungszeichen.
00:06:48: das ist eben ein Begriff für Geschichte von Milieus, von Randgruppenmilieus oder kurz gesagt von Milieus, die jetzt so in der großen Geschichtsscheibung unter Anführungszeichen zu kurz kommen.
00:06:59: Und das trifft ja auf dem Stadtteil insofern zu, indem man es hier mit einer prolitarischen Prägung zu tun hat – auch eine subprolitarische Prägungen – mit Propoliakultur und Randgruppenmilieus.
00:07:12: Das ist ein Blick auf diese Sache.
00:07:14: Und dieses Zusammenkommen finde ich interessant.
00:07:16: Es ist eben nicht nur eine Geschichte ganz viele Geschichten.
00:07:20: Es ist ein unendlich reichhaltiges Buffet an Geschichten und zum Teil eben auch noch gar nicht mal so lückenlos erforschte Geschichte, also da es für Historikerinnen wie mich die Freude haben an solchen Dingen das fällt groß.
00:07:38: Jetzt habe ich im Reden so ein bisschen meinen Faden verloren.
00:07:42: Es gibt nämlich noch tatsächlich einen Grund, über den ich nachgedacht habe – ich glaube was da tatsächlich auch eine Rolle spielt ist es gibt Schnittmengen mit dem Bezirk aus dem ich stamme.
00:07:50: also in Wien ist der zehnte Gemeinderbezirk Wienfavoriten und eine Schnittmenge wäre zum Beispiel eben die proletarische Prägung, die migrantische Prägung.
00:07:59: Also ja auf mein Bezirk ist historisch betrachtet eben ja ein Kontromerat Ein Punkt, wo eben solche Milieus zusammenkommen.
00:08:08: Eben Geschichte von unten und das finde ich spannend.
00:08:11: Und spannend fand ich auch, dass ich als ich mit St.
00:08:14: Pauli so auf Tuchfühlung gekommen bin und ja dann zu meinen ersten Berührungspunkten hatte, dass mein Eindruck halt war – ich spreche die gleiche Sprache im übertragenen Sinne, obwohl ich nicht von hier bin!
00:08:29: Mein Erkenntnismoment für mich war, ich konnte halt sehen dass die Grenzen eher soziale Grenzen sind als das die Herkunft eine große Rolle spielt und man mit Menschen in den Austausch kommen kann.
00:08:40: Ohne zwangsläufig die gleiche Sprache zu sprechen sondern soziolekt zum Beispiel ist so ein Schlagwort das ich mal kurz ins Spiel bringe.
00:08:47: aber es geht immer milieus.
00:08:49: und vielleicht noch anders formuliert Ich hatte den Eindruck, vieles was ich hier so sehe oder erlebe oder wie es sich anfühlt.
00:08:56: Das war mir jetzt nicht unbekannt.
00:08:58: und ja darüber kann man sicher zuerst mal wundern weil wir gesagt der Bezug auch zur Hamburg zu erst gar nicht da waren also bevor ich hergekommen bin auch zu st.
00:09:07: pauli sogar nicht.
00:09:08: Nicht mal die Interessenslage muss ich ehrlich einräumen aber das waren so Momente wo ich jetzt einen Rückblick denke.
00:09:15: ich glaube schon dass das eine Rolle spielt weil ich das interessant finde.
00:09:19: oder anderes Beispiel auch Reson de Mars, Zuschreibungen.
00:09:23: Wenn man jetzt an Klischees denkt oder ein Image ist da gibt es einige Schnittmengen zu meinem Herkunftsbezirk.
00:09:30: also zum Beispiel verkürzt gesagt der schlechte Leumund ich kenne heute hier noch genug Zeitzeug und Zeitzeuge nennen die darüber berichten können dass das eine ganze Zeit lang überhaupt nicht angesehen war, zuzugeben dass man aus St.
00:09:43: Pauli kommt das man hier in der Seiderstraße in die Schule gegangen ist weil man eben gleich in ein bestimmtes Licht gerückt wurde von außen.
00:09:50: Aus deiner Sicht wo sind denn die disruptivsten Brüche?
00:09:55: Die größten Zäsuren in der Geschichte der Straße bis zu diesem Konzept das da heute vorliegt und sich ja auch wandelt
00:10:03: mich
00:10:04: zur Freude jedermann und jeder Frau?
00:10:06: Ja ich finde es immer Ja, wenn man dann so überlegt ist es halt meistens auch eine Frage der Perspektive.
00:10:12: Also was wandelt sich zugunsten wem?
00:10:15: und zu leiden jemanden anderen?
00:10:18: Das ist eine Frage auch der Interessensgruppe oder ja?
00:10:21: also so würde ich das jetzt mal im Groben sagen.
00:10:23: auf die Frage zurückkehrend Was hat sich denn?
00:10:26: wo sind nun die größten Brüche?
00:10:27: oder vielleicht damit's nicht so negativ ist Wo sind denn die größten Veränderungen passiert?
00:10:34: Genau, ich habe es eh schon angedeutet.
00:10:35: Also ich würde wirklich mal sagen werden wir jetzt bei den Rebschlägern den Anfangspunkt machen?
00:10:40: dann eben dieser epochale Wandel von der Neuzeit in die Industrialisierung, die dann ja wie schon erwähnt zu den Ausprägungen führt, die man heute ebenso kennt.
00:10:51: also anders gesagt ein Rebelschläger, der sich da jetzt im siebzehn Jahrhundert ansiedelt, der wird jetzt sagen mal sechzig-sechzig Jahre später den Hamburger Berg nicht mehr wieder erkennen, der sich ja in einer kurzen Zeit in einer Spanne von wenigen Dekaden was für Historikerinnen eine tatsächlich kurze Zeitspanne ist.
00:11:09: Von einer spärlich bebauten Gegend vor dem Fuße der Wahlanlagen zu einem urbanen Großstadtviertel entwickelt.
00:11:17: und das ist ein Prozess der passiert.
00:11:19: von den Achtzehnundzwanziger Jahren jetzt wirklich ganz grob gesprochen bis Ende des Jahrhunderts ist wie gesagt aus der grünen Idylle mit den Rehbeschlägerbahnen, die da noch ihren Platz haben.
00:11:29: Aber hier wie gesagt ein komplett anderes Viertel geworden.
00:11:32: Ein großstädtisches Amisierhafen und Arbeiterquartier also das würde ich echt mal sagen ist wirklich epochaler Umschlag oder halt einen Umbruch.
00:11:41: eine Veränderung dann wenn man überlegt gab es ja immer wieder mal größere und keine veränderungen oder Zeichen des Wandels.
00:11:51: Ich muss zum Beispiel daran denken eins von Wandel Als die Matrosen nicht mehr der Stadtbildbevölkern.
00:11:58: seit den Achtzehn-Hundertzwanzigerjahren gehören MatrosEN eben hier zum gewohnten Straßendild.
00:12:03: Da nimmt ihr Dampfschifffahrt auf, also Seeleute aus allerherren Ländern oder aus aller Welt gehören hier eben zum Straßenbild.
00:12:11: das ist halt so und es gibt diese maritime Prägung.
00:12:14: Als Daniel aber in den Sechzigerjahren sich die Containerschifffahrt durchsetzt, sind so Bilder wie man sie ja zum Beispiel noch ins Heimatfilmen aller Hans-Albers gerne noch sieht oder hat zum Teil der Matrose auf Landgang und die Hafenkaschämme.
00:12:28: Das ist heute im Reichter noch Stalgie zu Hause weil diese Bilder einfach nicht mehr sind.
00:12:33: das heißt zum Hafengeburtstag da kann man es halt noch erahnen so muss es mal gewesen sein aber das finde ich doch eine gravierende Veränderung.
00:12:43: Also wie muss es denn für die Generation gewesen sein, die das ja auch noch erlebt hat?
00:12:47: Das scheint mir auch die gleiche Generation zu sein, übrigens den Umbruch von Varietekultur der Zwanzigerjahre wo man sich bei Schönheitstänzen in so ein elegantes Varietee wie das Al-Kasar bewegt heute im Klammer der Pennymarkt und sich da eben Jazz und Charleston.
00:13:06: also diese Kultur zwanziger Jahre.
00:13:10: Wie muss es für diese Generation gewesen sein, wenn plötzlich dann in den Fünfzigerjahren ein Strip dies laden mit Pariser Wäsche schau.
00:13:17: Hier in der großen Freiheit wie Pilze aus dem Boden schießen und das sind halt Läden.
00:13:22: Das ist jetzt nicht schön als Tanz.
00:13:26: Also da fallen dann auch wirklich die Hülle.
00:13:28: Es ist eine ganz andere Liga und ich komme deshalb drauf weil seit ich hier bin, ist mir natürlich auch oft begegnet.
00:13:37: Also dieses Frühjahr war alles anders.
00:13:40: Meistens, so scheint es mir, kommt das aber mit sonsthermonen.
00:13:43: gepaart ins Sinne von früher war alles besser und das finde ich dann übrigens spannend weil man dann so unterschiedliche Punkte beleuchten kann.
00:13:53: Also ein Beispiel, in welcher Generation oder nicht?
00:13:56: in welchen Generation?
00:13:56: wie alt war ich denn?
00:13:58: Als ich hier meine guten Tage hatte, waren es meine Jugendtage wo ich's krachen lassen konnte oder habe vielleicht andere Veränderungen erlebt die mich vielleicht der Existenz gekostet haben oder die mir keine Ahnung mein Geschäft schwierig gemacht haben?
00:14:12: oder war ich vielleicht nur mal so ein Bild auf zu machen oder bin ich Zuhälter der ordentlich Ja, der dickes Bankkonto sich eines dicken Bankkontos erfreuen kann.
00:14:26: Also das ist fixer eine Frage der Perspektive.
00:14:28: Das dann natürlich wenn sich da was ändert und gewisse Dinge nicht mehr so laufen dass es dann heißt, oh früher war aber alles viel besser finde ich nachvollziehbar auch tatsächlich und ehrlich.
00:14:38: manchmal ertappliche mich ja selber dabei.
00:14:41: Bogen zurück zu dieser Wandelgeschichte ist also letztlich das findet sich auch in Quellen schon des neunzehnten Jahrhunderts.
00:14:49: Halt seinen Rückblick manchmal auch ein bisschen nostalgisch.
00:14:53: Also wenn ich Platz habe für diese Geschichte baue, ich seh kurz ein... Es gibt zum Beispiel eine Quelle, das ist ein Buch, das erscheint in den Jahr neunzehntenhundertenneuen und da wird eben moniert, dass als am Spielbodenplatz die Holzbuden abgebrochen werden.
00:15:06: der Jahrmarkt ist jetzt rum.
00:15:08: so wir sind in den Jahren achtzehnhundertvierzig Da ist der Spielbadenplatz jetzt eben Kapretta-Bude mehr mit Schaustellern vor dem Tor an Hamburgs von Milantor.
00:15:18: Sondern es ist eben die Zeit, wo dieser Platz eine Funktion bekommt.
00:15:21: Das ist jetzt wenn du so willst das Foyer in die künftige Handelsmetropole oder das Foyo zur Hamburg, dass ein Tor zur Welt wird.
00:15:29: So, das ist die Situation.
00:15:31: Also BAMs Buden werden abgerissen man baut dann eben repräsentativ und hat dann eben so dieses glanzvolle Eintrittssituation an den Spielbudenplatz.
00:15:41: Das finden die einen gut und sagen toll.
00:15:43: aufwertung würde man's heute nennen.
00:15:46: Die Quelle, aber von der ich berichte, moniert.
00:15:48: Aber da haben wir diesen Stück Poesie verlorangegangen – das ist nahezu ein wörtliches Zitat.
00:15:54: also ein Stück Poésie ist verlorangegangen und für den kleinen Mann aus dem Volk herunter Anführungszeichen verschlechtert sich aber die Lage, der hat nämlich vorher gratis sich hier amüsieren können.
00:16:07: und da halt ja amüs-mord durch Schaulustbefriedigung an den kostenlosen Jahrmarktboden so.
00:16:12: Der muss jetzt aber Eintritt zahlen weil die ganzen Schaussteller halt jetzt eben ihre Attraktionen in den befestigen Häusern bauen, das heißt Entree wird fällig und ja Eintrittzahl ist ein Ausschlusskriterium.
00:16:23: Also ich würde es mal vorsichtig sagen da geht's mit Kommerzialisierung los.
00:16:28: was ich finde was sich wirklich gewandelt hat ist eben dieser Vermarktungspunkt.
00:16:34: ganz verkürzt gesagt im neunzehnten Jahrhundert gilt der Stadtteil unter Anführungszeichen oder gewisse Ecken, als sind gliederlich.
00:16:42: Nicht mit Wilhelm W., sondern mit Ludwig L. liderlich.
00:16:46: Also was veraltet bedeutet moralisch-verwerflich?
00:16:49: Sittelproblematisch?
00:16:50: Schlampegner ist es wie eine Charakterschwäche.
00:16:53: So und das ist eben wie gesagt ne Charakterschwäche die man da als Begriff nimmt und auch etwas was im Grunde ja abstößt also nichts was man sich jetzt um den nix was gut is nix war ein gutes Image wäre so Bogen zur Gegenwart.
00:17:09: Heute ist es ja anders, also dieser Rotlichtpunkt ist ja etwas was fasziniert, was Leute auch anlockt würde ich sagen.
00:17:18: Also das finde ich spannend wie sich sowas eben umdeutet.
00:17:21: oder andere Punkte kriminelles Pflaster, sündige Meilen alles Schlagworte.
00:17:26: Dem Grunde finde ich sehr doch einen auffälligen Gleichklang mit dieser Sankt Liederlichtgeschichte.
00:17:32: haben polemisch gesprochen, es verkauft sich anders.
00:17:39: Da hat viel, würde ich sagen haben viele Medien damit zu tun.
00:17:42: aber auch diese Faszination an ja auch diese faszination am am gruseligen, am am verruchten.
00:17:50: also das ist jetzt ein neues Ja.
00:17:53: danke frei sein!
00:17:54: Das behandle ich tatsächlich als extra Aspekt weil ich finde dass es im Begriff da wird's mit images dann tatsächlich interessant.
00:18:02: Also wenn man jetzt fragt wofür steht st.
00:18:03: pauli für dich?
00:18:05: einfach gesagt, dann kommt ja oft für Freiheit.
00:18:07: So ich denke aber weiss nicht.
00:18:10: also letztlich ich würde mal sagen eigentlich müsste man doch korrekt das Sagen für Freiheit ten was finde ich.
00:18:17: aber genau das Gegenteil ist von.
00:18:18: also Freiheit ten werden ja eingeräumt oder ich nehme die im Ernstfall.
00:18:22: Aber Freiheit Ten sind immer etwas Affirmatives für bestehende Regeln.
00:18:25: eine Freiheit ist was anderes freiheit muss er auch nicht unbedingt.
00:18:30: Also, das ist jetzt eine Partyfreiheit.
00:18:32: Auch eine Party-Freiheit und Freizeit ist etwas wo ich mir eine Erlaubnis holen muss.
00:18:37: Jetzt mal vereinfacht gesagt.
00:18:38: Deswegen sagt das Gegenteil von Freiheit.
00:18:40: Ich verstehe es dass es mit Gedanken an Freiheit oder Freiheitsliebe... Das finde ich viel treffender ehrlich gesagt formuliert also mit Freiheits-Lieber Dass das zum Tragen kommt, das finde ich gut oder auch korrektor gesagt als halt eben Freiheit weil ich find dass man damit auch ein Bild irgendwo verzehrt, weil ich finde das man dann vergisst.
00:19:00: Dass man hier aber ja den gleichen Zwängen unterworfen ist wie außerhalb St Paul ist.
00:19:04: es ist keine Insel die mit dem Rest darum nichts zu tun hat.
00:19:07: also Es ist eben nicht.
00:19:10: es ist im Grunde wenn's so wills eine Projektionsfläche für alles was drum herum und selbstverständlich auch hier passiert.
00:19:15: denn das ist kein Ja, es ist Keine bubble die irgendwo nur für sich existiert.
00:19:21: also vieles Ja findet hier seine Niederschlag.
00:19:24: und deswegen Ich finde es manchmal auch, ich will jetzt nicht übertrieben formulieren aber vielleicht auch gar nicht ungefährlich mit so großen Begriffen wie Freiheit rumzuhandtieren.
00:19:33: Weil dann nämlich der Blick für die eigentliche Freiheit, die man ja suchen kann in vielen Dingen verstellt wird.
00:19:40: So das will ich sagen.
00:19:41: also ich find's zum Beispiel mittlerweile schöner meinen Gästen bei Turm beispielsweise Versuchen so im Subtext zu vermitteln, dass alles das was man hier sieht.
00:19:51: Was man erlebt, was man riecht, was Man fühlt ja also alles Das was man Hier so hat und erlebt mit dem drinsteck Das ist im Grunde aber nichts, was nur hier vorkommt.
00:20:03: Es ist etwas, das in einer hohen Dichte zusammenkommt.
00:20:07: Aber du hast alles das, was dich begegnet ja auch anderswo.
00:20:10: und was ich sagen will ... Ich will damit nicht St.
00:20:12: Pauli kleiner reden als es ist!
00:20:14: Das ist überhaupt nicht der Punkt.
00:20:15: also ganz wichtig.
00:20:16: Mein Punkt ist eher zu vermitteln, dass hat alles mit euch hier zu tun liebe Gäste.
00:20:21: Denn oft sind's ja immerhin.
00:20:23: wer kommt denn hier auf Urlaub und verbringt lustige Tage?
00:20:26: Das ist das, was man... Also ich bemühe es in historischem Begriff einfach um das Bild noch mal klarer zu machen.
00:20:32: Früher hat man gesagt, dass es das lonabhängige Proletariat da sich auch einmal leisten kann, ein Pausenraum des Alltags zu haben so sei es ihnen vergönnt und damit kommen auch spannende Fragen eben mit.
00:20:43: wer kommt hierher?
00:20:45: Wie benimmt man sich auch?
00:20:46: Das ist eine ganz andere Frage die auf dem anderen Blatt steht.
00:20:48: aber ja also das sind so Gedanken, die ich damit habe um eben klarzumachen Lieber Gast aus dem Ruhrpot, um es jetzt mal wirklich in Bildern zu sagen.
00:20:59: Du kannst mal sehen was so kleinen Geschichten unter Anführungszeichen von kleinen Leuten was draus werden kann einen Stadtteil mit Namen der genau ja daher dessen Geschichte Geschichte der kleinen Leute ist.
00:21:12: daraus ist ja gewachsen So und dann kann man im Grunde mit einem Subtext vermitteln Ja das muss aber nichts Kleines sein Das hat natürlich Bedeutung Und hat Wertschätzung verdient Denn es hat Strahlkraft entwickelt, deswegen kommen Leute her.
00:21:25: Ja und das finde ich so faszinierend dass es so eine Strahl Kraft entwickelt hat.
00:21:28: Und du hast gerade eben gesagt, das ist auch faszinerend, dass sowas wie die Reeperbahn und dieses Fittrum herum grade in Hamburg existiert was hier als hanseatische Kaufmann statt da irgendwie ein real zulässt wo einiges mehr geht als woanders.
00:21:42: Ja.
00:21:44: Entsteht diese Strahl kraft durch diesen Gegensatz?
00:21:47: Gerade dadurch, was meinst du?
00:21:49: Ich glaube schon.
00:21:50: Also ich denke also ja jetzt vorsichtig gesagt das wird schon ein ganz wichtiger Faktor sein dass es eben ist wie Kontrastprogramm.
00:21:58: deswegen ist auch diese Wahrnehmung die sei nicht Hamburg und umgekehrt Was
00:22:02: von diesen ganzen Dingen an
00:22:05: an
00:22:05: Mythen rund um die Rehbarbahn Ist denn jetzt wirklich wahr?
00:22:11: Und was is eigentlich nur Marketing?
00:22:14: Aus
00:22:14: deiner Sicht
00:22:14: aus meiner Sicht Also was wahr ist, aus meiner Sicht so erlebe ich das auch.
00:22:20: Das ist halt bitte und ich bin ein bisschen fern von irgendwelchen nostalgischen Verklärungen aber was sich halt wirklich so erleben ist Und ich habe es auch so erlebt.
00:22:30: mich fragt jetzt hier glaube ja ich auch gefragt woher ich komme Aber BAMs aus Ich sag Woher ich Komme und weiter tut jetzt nichts zur Sache.
00:22:36: also alleine dass Es möglich Ist Dass ich Ja wie gesagt nicht Von Hier Bin aber Jetzt Hier Sitzen Kann und Du mir zuhörst oder das mir Leute auch attestieren, ich hätte eine Ahnung von dem man sich spreche.
00:22:49: Leider dass man mit des Zutrauts zugesteht ist doch ein herzliches Willkommen hier mit offenen Armen.
00:22:54: also das erlebe ich tatsächlich so auch ja dass es eben eine Dichte ist an unterschiedlichen Milieus die hier zusammen kommen wo man von außen gar nicht mal merkt dass da jetzt gerade unterschiedliche Milieuse nebeneinander wohnen.
00:23:09: also das ist ja sowas.
00:23:11: zum Beispiel welche Bilder Werden denn vermittelt über St.
00:23:14: Pauli, welche Bilder bringen die Leute schon mit?
00:23:16: Was weiß man dann über den Stadtteil?
00:23:18: oder was bringt man so ein Image jetzt eben mit?
00:23:22: Wenn ich zum Beispiel hier in der Schmuckstraße über Chinatown berichte finde ich es großartig dass dann Leute sagen aha wusste ich nicht sagen also gar nicht weil ich jetzt etwas tolles Neues vermittel sondern weil das halt was ist wo ich denke okay das ist jetzt eine Facette mit der hätte keiner gerechnet dass man hier einen Chinesenviertel hatte in den zwanziger Jahren.
00:23:40: Und schon bist du thematisch bei Dingen, wo Leute nicht Geschichten die man eben nicht am Zettel hätte.
00:23:47: Weil man übrigens auch gar nicht danach suchen kann.
00:23:50: Das ist auch so eine Beobachtung dass man also ich kriege das manchmal wieder zum Umfeld.
00:23:57: Dass sich wenn es zu willst wie so ein langläufig der Tourist Stereotyp Bild herausgebildet hat im Laufe der Zeit.
00:24:05: Und ich würde mal sagen, parallel laufend mit dem Unmut den mancher hier empfindet weil es halt tatsächlich ... eine hohe Anzahl an Touristen gibt.
00:24:14: Oh
00:24:14: ja, es kursiert so eine Zeitmoment, so eine Zahl von bis zu dreißig Millionen Besucher jährlich auf der Reeperbahn.
00:24:20: Ich habe
00:24:21: die auch gelesen.
00:24:22: das ist echt viel und wie erwähnt also durchaus nachvollziehbar dass dann so mancher sagt hey das ist aber schon zuviel.
00:24:29: andere wiederum würden sagen ja na ich hab ein Hotel ich habe ne Gasto cool ich brauche aber viele Gäste um halt.
00:24:37: genau Das ist ein ganz großes Fass, ein ganz grosses Thema.
00:24:42: Ich versuche meinen Punkt gerade nicht aus dem Blick zu verlieren.
00:24:45: also dass das Unmut hervorbringt finde ich nachvollziehbar und genau das es halt auch echt viel ist zuviel mögen jetzt andere beurteilen.
00:24:54: Ich glaube manche fühlen sich dann da.
00:24:57: kommen wir zur einer nächsten Fragestellung so ein bisschen wie ein Statist
00:25:01: ja
00:25:02: in so einem Meer von Geschichten, die die Bewohner vielleicht gar nicht für ihre halten.
00:25:10: Die so wirklich hier länger leben.
00:25:12: und dann gibt es ja auch noch mal die ganz neuen Dennes.
00:25:15: wurden hier durchaus schicke Häuser irgendwie gebaut In zweiter Reihe Stichwort Nachverdichtung.
00:25:22: Weil haben wir gebraucht Wohnung Und auch das ist hier auf San Paoli passiert.
00:25:26: Oder nochmal ein ganz anderes neues Milieu reinzieht, nämlich eine wohlhabende Familie?
00:25:32: Auch diese Gegensätze hast du ja.
00:25:33: Die sind relativ neu,
00:25:34: oder?
00:25:35: Ja, da würde ich auch jetzt interessieren oben ganz groß.
00:25:38: Ja genau und das ist zum Beispiel so was... Da waren wir vorhin schon im Ansatz eben dieser Image-Wandel.
00:25:43: also bitte in den achtziger Jahren, der doch verkürzt gesagt niemandem eingefallen hierher zu ziehen oder in den siebzigern in die maroden Häuser rund um die Hafenstraße bevor die besetzt waren.
00:25:54: Die Geschichte meine ich gar nicht aber da war es unschick und cool.
00:25:57: Da war, hier kannst du keine Kinder großziehen.
00:26:01: In den Siebzigern mit der Rotlichtdominanz und so weiter.
00:26:03: So war doch die Situation.
00:26:05: Und jetzt ist eben ein Szene-Stattteil geworden – ähnlicher wie auch die Schanze.
00:26:11: Die gleiche Geschichte im Grunde.
00:26:16: Es ist schick, es ist toll dann in diesem Club-Umfeld halt auch zu Hause zu sein.
00:26:21: Ein Meldezettel zu haben mit bestimmten Postenzahlen.
00:26:23: also man hängt sich das jetzt um.
00:26:25: Jetzt ist halt was Tolles!
00:26:26: Also du hast keine Sorge dass die Rehbarbahn zu so einer polierten Erlebnismeile wird?
00:26:31: Ja ähm...also ehrlich wenn ich mir jetzt das Herzen der Rehbabahn angucke die Mitte Ich bin bei Rehbabahnen Hundertzehn bis Hundertvierzehn Das ist da Kiezpennymarkt Oder sagen wir es genau, die Ecke Hamburger Berg-Talstraße.
00:26:44: Also diese Ecke.
00:26:47: Dann wünscht man sich ja fast manchmal, dass da einfach die Leute nicht... vor solchen Gebäuden sitzen müssen.
00:26:55: Ich will folgendes sagen, ich glaube da gibt es noch genug Ecken wo's echt mal gut wäre wenn da was in Stand gesetzt werden würde jetzt nicht auf Hochglanz aber dass man da halt mal bitte was tut.
00:27:05: und also ich geb zu mir fehlt da manchmal auch wirklich schon der Blick aber das wird mir halt auch wiedergespielt.
00:27:10: das kommt oft wie abgerockt ist hier sein wie schmutzig Und ja, das ist doch hier kein Zustand sei.
00:27:18: Da schwingt dann auf manchmal so eine gewisse Enttäuschung mit.
00:27:20: Warum sieht denn die Rehbarbahn hier so aus?
00:27:22: Wie sie aussieht an manchen Ecken?
00:27:24: Tagsüber ist die Rehrbarbahn eigentlich nie zertragen.
00:27:27: meine persönliche Meinung.
00:27:28: Ich verstehe
00:27:28: es Ja!
00:27:29: Das war meine Überraschung als ich die Reberbahn zum ersten Mal gesehen habe.
00:27:32: Ich war nicht nachts hier und ich weiß auch gar nicht mehr warum ich hier war.
00:27:35: Aber irgendwann Grund muss es da gegeben haben.
00:27:37: und ja, dass er mein erster Eindruck war.
00:27:43: als die ehemalige Astra Bowling-Bahn noch stand, die da aber schon eingerüstet war.
00:27:50: Wenn du es nicht weißt und keine Ahnung hast dann guckst du auf das und denkst... Okay.
00:27:57: Was würdest du dir denn für die nächsten Jahre, für dieses Viertel wünschen?
00:28:03: Wo soll's hingehen?
00:28:04: Was könnte man ein Stück zurücknehmen damit die Leute, die hier leben und die, die es besuchen glücklich sind?
00:28:12: Und wo könnte man vielleicht noch was draufpacken?
00:28:14: Gut
00:28:15: ich würde mir... Tatsächlich wünschen, dass die Leute das selber entscheiden können.
00:28:19: Eben bei so Wandelsachen hat man auch vorher ... Wandel gehört halt dazu.
00:28:23: Ist ja nicht schlimmer wenn sich etwas nicht mehr wandelt.
00:28:26: Wie Zeit steht, wie dann stehenbleibt?
00:28:28: Die Frage wird es sein aber wer bestimmt wo sich's hinwandelt?
00:28:31: und ich würde mir halt wünschten, dass eben in Zukunft die Leute selber entscheiden könnten, verstärkt selber entscheiden konnten.
00:28:39: Wo sie den hingehen sollen, aber so, dass es auch realisiert wird.
00:28:42: also den Leuten zuhören Nicht so tun, als hätte man eben zugehört.
00:28:48: Weil es halt cool ist, weil man sich Kiez kannte ... Als Namen übernimmt.
00:28:56: Man bedient sich auch an dem Image.
00:28:58: Das hat schon was Cooles und so weiter.
00:29:01: Wir sind authentisch mit Ecken und Kanten.
00:29:03: Manche bedienen sich daran, wenn wir bei Marketing Ideen oder Images sind.
00:29:08: Aber ja, mal wirklich die Kanten aushalten!
00:29:12: Egal ob Hamburger oder Touristen, wo würdest du als Kennerin der Reeperbahn sagen fangt da an und guckt euch das da an?
00:29:21: Ja, da habe ich lange drüber nachgedacht.
00:29:23: Und zwar deshalb weil ich mich sehr schwer auf einen Ohr einigen kann.
00:29:26: Ich würde alle Facetten mitnehmen.
00:29:29: Ich würde tatsächlich einfach hier durchmarschieren.
00:29:32: Ich wird einfach mich treiben lassen und mir... Ich würde oben anfangen an der ReEPERBahn mit so einer Schlangenlinie in einer Ausdehnung von der Elbe bis rüber zur Schanze, mich bewegen in so einer Zickzacklinie.
00:29:45: Weißen Sie nicht immer?
00:29:46: Weil ich denke und am Schluss würde ich im Mobiskrug sitzen wo es ging.
00:29:51: für eine Empfehlung ja vielleicht ist doch einer aber ich mag den total gerne das ist halt so ein... sehr angenehme Leute dort, genau.
00:29:59: Da würde ich dann noch mal ein Bier trinken und würde mir denken, hey lustig, das ist doch hier ja eine einzige Facettenreichtum mit denen man vielleicht sogar nicht gerechnet hätte.
00:30:09: Also ich würde mir Abseits auf alle Fälle der Rehbarbahn auch die Ecken angucken damit ich halt die Chance auf einen Gesamtbild habe.
00:30:18: Und wenn wir jetzt in die Zukunft schauen was würdest du dir für dieses Viertel wünschen?
00:30:25: Ich würde mir wünschen, dass es mehr Stellen gibt die Geschichte der Rehbarbahn und des Stadtteiles bewahren.
00:30:32: Es gibt kein Museum
00:30:33: mehr?
00:30:33: Nein also wir haben aber Gott sei Dank das gibt das St.
00:30:35: Pauli Archiv Das ist unsere Geschichtswerkstatt hier.
00:30:39: Also großartige Arbeit.
00:30:41: Die machen seit über ich überlege gerade ich glaube die haben auch zwanzigjähriges oder fünfundzwanzig jähriges Jubiläum.
00:30:47: Ich will sagen die gibt es sehr lange, die machen großartiger Arbeit genau.
00:30:51: Aber Ja, wir haben noch das Schulmuseum.
00:30:54: Das ist aber nicht Stadtteil geschichtsspezifisch arbeitet.
00:30:58: Auch wir haben das FC St Pauli Museum.
00:31:01: Worgen zurück?
00:31:01: Es braucht mehr Geschichtserfassungen stellen – das würde ich mir wünschen!
00:31:06: Also dass es irgendwo ein Ort gibt wo ja die O-Mis und O-Bis halt dann so Fotoalben haben oder Schätze in Koffern, Kisten und Kellern, wo man halt nicht weiß wohin denn mit dem ganzen Krams Genau, dass sowas nicht verloren gibt.
00:31:21: Dass es eine Stelle gibt die das bewahrt.
00:31:24: Damit dann später nämlich in vierhundert Jahren damit ein künftiger Historiker in den Generationen auf gut erfasste Archivierte nicht recherchiert auch das aber halt gut archivierte Geschichte zurückgreifen kann damit eine Bewahrungsstelle gibt.
00:31:42: Das würde ich mir total wünschen.
00:31:44: Da kommen wir noch ganz kurz auf das, was du machst.
00:31:46: Du wirst mich nachher auch mitnehmen auf eine Tour?
00:31:48: Ja!
00:31:49: Was
00:31:49: ist das?
00:31:50: Diese Tour heißt Reliquiren der Rehbarbahn und da geht es um Folgendes.
00:31:54: Es geht darum dass wir Objekte besuchen, Artefakte aus der Stadtteilgeschichte und zwar an ihren Originalschauplätzen.
00:32:02: also so ein kleiner Spoiler Wer die Ecke kennt, der weiß ja auch, dass da oben die berühmte Kultkietstanke war, die Essortanke genau Das Originalschild besagter Essortanke, das werden wir besuchen.
00:32:16: Man kann an der anderen Stelle nicht mehr an den Original-Schauplatz, weil die Schlicht nicht mehr existieren.
00:32:23: Aber wir sind sehr in der Nähe.
00:32:26: Wir werden auch im übertragenen Sinne ein Varieté besuchen, von dem wir einen Hotel besuchen und heute am Eingang zur Reperbahn stehen.
00:32:39: Und ja, es wird auch ein bisschen um die Geschichte der Riebschläger gehen.
00:32:42: Das habe ich dazu ein bisschen erweitert.
00:32:45: Da bin ich
00:32:45: sehr gespannt!
00:32:46: Oh das
00:32:46: freut mich!
00:32:47: Allerletzte Frage meine Liebe wenn du einen Wunsch hättest und ans Universum...
00:32:52: Die Fee?
00:32:53: Ja und nennst du die Fee oder das Universum und der wird wahr.
00:32:57: Was wäre dieser eine Wunsche?
00:32:59: Der wird
00:32:59: wahr?!
00:33:02: Okay, ein Wunsch und der will... Ich wünsche mir noch weitere Wünsche!
00:33:15: Da hat sie sich rausgemogelt.
00:33:18: Eva Decker, Historikerin, Stadtführerin, Geschichtenbewahrerin – wer die Reperbahn wirklich verstehen will muss ein bisschen graben unter dem Asphalt, unter den Klischees und unter dem Marketingsprech.
00:33:30: Da liegen die Geschichten, die Großen und die Kleinen und manchmal die Berührensten.
00:33:35: Eva schreibt gerade im Buch über Julia Böhmer und das Quere San Pauli der Fünfziger bis Siebzehre Jahre.
00:33:42: Ich bin sehr gespannt darauf.
00:33:43: Und jetzt sage ich Danke!
00:33:47: Grüß und Liebe gehen raus an Stefan Enrichkeit für den Sound, an Laura Matamorosch für das Cover-Artwork und die ganze Crew vom Hamburger.
00:33:55: Und natürlich an euch da draußen.
00:33:58: Danke für eure Zeit – die ist wirklich das wertvollste was ihr hergeben könnt.
00:34:02: Dafür gibt es eine extra Packung Liebe.
00:34:06: Wenn Euch diese Folge und dieser Podcast etwas bedeutet abonniert teilt bewertet ihn.
00:34:12: Das dauert dreißig Sekunden für euch.
00:34:14: Für uns, unsere Gäste ist das die Chance öfter gehört zu werden mit dem was sie zu erzählen haben und ihr habt gehört dass es eine ganze Menge fragen.
00:34:31: Die nächste Folge mit Schwerpunkt Kultur und Gesellschaft erscheint am fünften Juli.
00:34:36: Es wird sehr bunt und plüschig!
00:34:39: Davor serviert euch Boris Roggersch wie gewohnt kulinarischen Hörstoff.
00:34:44: Wir hören und lesen
00:35:00: uns in
00:35:01: Hamburg, Ahoj.
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