Lars Jessen: Regisseur zwischen Deich und Barmbek
Shownotes
die Frage, wie Fiktion Möglichkeitsräume für Klima und Demokratie öffnet. Themen dieser Episode:
- „Spaziergang nach Syrakus" und der Blick auf Freiheit, Flucht und Zugehörigkeit
- Elf Jahre Arbeit, zwölf Förderpartner und die Frage, wann ein Kinostart glückt
- vom Deich zur Regie: Dithmarschen, ständige Umzüge und der Lehrer, der ihm die Kamera in die Hand gab
- Ankommen in Hamburg: der Umweg über Köln, Rocco Chamonix als Türöffner und „Großstadtrevier"
- Stadt aus der Peripherie: Barmbek, „Prange" und die Skepsis gegenüber der Kiez-Romantik
- „Planet Narratives", grünes Drehen und ein Wunsch für Hamburg: mehr Bäume und bezahlbares Wohnen
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Impressum: Host & Konzept: Regine Marxen Redaktion: Regine Marxen, Der Hamburger Sounddesign: Stefan Endrigkeit / Sounds and Pods Hamburg Cover Art Direction: Laura Matamoros Fragen, Themenideen oder Anmerkungen sende gern an: hello@soundsandpods.studio
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00:00:00: Ja, warum macht man das?
00:00:01: Also man erzählt die Geschichte gar nicht für sich selbst.
00:00:04: Also ich jedenfalls nicht.
00:00:05: und wenn man das Gefühl bekommt dass resoniert mit Menschen die dafür zehn Euro für ein Ticket bezahlen und drei Euro für Popcorn Das ist ja alles auch ein Investment für einen guten Abend wo man gerne was mit nach Hause nehmen will.
00:00:19: vielleicht nicht nur Zerstreuung sondern vielleicht auch noch ein bisschen etwas anderes.
00:00:21: Das ist immer mein Ziel weil ich glaube wir als Geschichtenerzähler haben hier in der Gesellschaft eben eine hohe Verantwortung auch andere Geschichten zu erzählen die Gemeinschaft stärken, die eine Art von Zielperspektive aufmachen.
00:00:32: Die man vielleicht aus den Fakten noch nicht ablesen kann und deswegen finde ich das immer schön mit Publikum ins Gespräch zu kommen macht das wahnsinnig gerne.
00:00:41: Moin moin Hamburg!
00:00:51: Lars Jessen der Mann der Dörter Hansens Roman Mittagsstunde verfilmt hat Das war sein bisher erfolgreichster Film.
00:00:57: aber wer weiß?
00:00:58: Vielleicht rutscht sein aktueller Film Spaziergang nach Syracuse demnächst auf Position eins.
00:01:05: Willkommen zu der Hamburger Inside.
00:01:06: Ich bin Regina Marksen und das ist der Podcast vom Magazin Der Hamburger, dem Magazin dass dieser Stadt und ihren Menschen eine Bühne gibt.
00:01:15: Lars Hessen zum Beispiel geboren in Kiel über Köln kam nach Hamburg wo er seit Ende der neunziger Jahre lebt.
00:01:22: Er ist Regisseur und Autor im Kino wie im Fernsehen.
00:01:25: Sein Kinodebüt – der Tag an dem Bobby Ewing starb Das war zwei Tausend Fünf.
00:01:31: Es folgten Kracher wie Dorfpunks, Fraktus, Mittagstunde und so einige Fernsehfilme darunter.
00:01:36: Viele folgen Großstadt Revier und mehrere Tatorte.
00:01:40: In diesem Podcast sprechen wir über das Wegwollen – und dass dazugehören!
00:01:43: Über sterbende Landkasthöfe und warum die eigentlich so wichtig sind?
00:01:47: Über die Sternenbrücke, Hamburgerzählung, warum er lieber in Barmbek als auf dem Kiez dreht?
00:01:53: Über Die Zusammenarbeit mit Schale-Hübner?
00:01:55: Und was das alles eigentlich
00:01:58: soll?!
00:01:59: Und jetzt lassen wir Lars Jessen selbst zu Wort kommen.
00:02:02: So, cool dass wir das heute Morgen geschafft haben.
00:02:06: Danke dir für deine Zeit!
00:02:08: Sehr
00:02:08: gerne.
00:02:08: Weil du bist gerade viel unterwegs, Lars-Jessen.
00:02:11: aktueller Film-Spaziergang nach Syracuse.
00:02:14: Ich hatte die große Freude denen in dieser Preview beim Filmfest Hamburg zu sehen also im Rahmen des Filmfesthamburgs das noch nicht gestartet ist aber schon diesen Film gezeigt hat und ich fand den schon Sehr besonders diese Geschichte über den DDR-Bürger Paul, der immer weg will.
00:02:33: Aber eigentlich auch zurückkommen will und wenn er zurückkommt ist dieser
00:02:37: Heimat weg.
00:02:38: Und jetzt bist du wahnsinnig viel mit diesem Film unterwegs, so habe ich mich gefragt.
00:02:43: Nervt der dich schon?
00:02:45: Oder macht das Spaß, soviel rum zu reisen im Film?
00:02:49: Nö, mich nervt der Film nicht.
00:02:50: Manch nervten manchmal Filme, wenn man feststellt fünf Jahre später, das hätte ich anders machen sollen!
00:02:56: In dem Stadion bin ich jetzt noch nicht.
00:02:58: und dadurch dass wir so viel Zuspruch haben viele Zuschauer Wir sind in so vielen Kinos gewesen ganz Deutschland im Norden im Westen im Süden im Osten überall Und Der film verfängt.
00:03:11: er macht was mit Menschen und das ist ja das warum wir Geschichten erzählen.
00:03:14: wir wollen Ja eine Art von Bewegung auslösen idealerweise Und die Bewegung passiert und deswegen ist es wahnsinnig schön dabei zu sein, wenn sich dieser Prozess quasi manifest wird.
00:03:26: Deswegen kann ich nicht verstehen, wenn Leute das nicht gut finden auf Kinotour zu gehen.
00:03:30: Weil man auch diese Leute trifft mal, die diesen Film sonst sehen?
00:03:33: Ja warum macht man das?
00:03:34: Also man erzählt die Geschichte gar nicht für sich selbst.
00:03:38: also ich jedenfalls nicht!
00:03:39: Wenn man das Gefühl bekommt dass resoniert mit Menschen die dafür zehn Euro für ein Ticket bezahlen und drei Euro für Popcorn.
00:03:47: Das ist ja alles auch ein Investment für einen guten Abend, wo man gerne was mit nach Hause nehmen will.
00:03:52: Vielleicht nicht nur Zerstreuung sondern vielleicht auch noch ein bisschen etwas anderes.
00:03:55: das ist immer mein Ziel weil ich glaube wir als Geschichtenerzähler haben hier in der Gesellschaft eben eine hohe Verantwortung auch andere Geschichten zu erzählen die die Gemeinschaft stärken die eine Art von Zielperspektive aufmachen die man vielleicht aus den Fakten auch nicht ablesen kann.
00:04:09: und deswegen finde ich das immer schön mit Publikum ins Gespräch zu kommen macht das wahnsinnig gerne.
00:04:15: Was hatte ich denn an Pauls Geschichte, dieses Wegwollen?
00:04:18: und dann feststellen da fehlt doch irgendwie was?
00:04:21: Was hatte dich an dieser Geschichte gerade jetzt persönlich?
00:04:25: Also persönlich war dieser Roman Spaziergang von Rostock nach Syracusten von nineteen-neinzig von Friedrich Christian Delius ein Grunde so eine Tür für ein anderes DDR Bild.
00:04:35: Ich komme halt auch vor einer Nordseeküste bin sehr bundesrepublikanisch westdeutsch geprägt sozialisiert.
00:04:41: mir war Die Wände eigentlich egal, ich habe gedacht auch jetzt kriegen wir wieder ein Großdeutsches Reich so ein bisschen eine vielleicht auch etwas peinliche linke Haltung.
00:04:51: Und deswegen war mein Bild der DDR hauptsächlich durch Spionage-Thriller geprägt von John de Carré oder von Hitchcock Filmen und so.
00:04:58: Ich dachte das ist alles düster.
00:04:59: alle haben lange Mäntel an Mistrauen bespitzen alle kommen in Knast und alles ist voller Stasi.
00:05:06: und ich hab nicht realisiert was total banal ist, das natürlich dieses Land auch in dem man lebt und zu dem man auch ... zu dessen System man auch im Widerstand sein kann.
00:05:17: Trotzdem Heimat oder Zugehörigkeit wie auch immer man es nennt, sein muss.
00:05:23: Und dieses ambivalente Gefühl dieser ambivalenten Blick auf die DDR den fand ich in dem Roman wahnsinnig spannend abgebildet.
00:05:32: Als dann Charlie Hübner zwanzig Jahre später Anfang... Wir bringen jetzt hier im Schauspielhaus so viele Leute unter, die gerade auf der Durchreise sind von Syrien nach Schweden.
00:05:48: Alles ist im Umbruch.
00:05:50: Schaffen wir das?
00:05:51: Wir schaffen es da drauf zu gucken.
00:05:54: was bedeutet eigentlich Flucht?
00:05:55: wann entscheide ich mich zur Flucht?
00:05:56: warum fliehe ich?
00:05:58: all diese Fragen waren in dem Roman und dann brachte Charlie noch mal mit und sagte kennst du den?
00:06:02: und ich sagte ja vor zwanzig Jahren war schon einmal dran aber Ich war damals noch Regieassistent bei der Lindenstraße.
00:06:07: Da wollte mir keiner, dass viele Geld dafür geben den zu verfilmten.
00:06:11: und dann haben wir über zehn, elf Jahre an dem Stoff gesessen versucht zu ihnen so zu entwickeln das er eben für einen heutigen Blick taugt und ihm kein nostalgischer DDR-Rückblicks filmen wird.
00:06:22: Und das hat manchmal die Konsequenz, dass sowas dauert.
00:06:25: Jetzt hat es so lange gedauert und jetzt passiert dieses magische was man nicht planen kann.
00:06:30: Dann kommt es irgendwie zum richtigen Zeitpunkt als ob man's geplant hätte
00:06:34: Irgendwie schon, ne?
00:06:35: Ja man hat es natürlich nicht geplant.
00:06:37: Also dann die Frage waren ein Kinofilm startet das haben wir von sehr viel Alchemie geprägt.
00:06:41: und wann kommt der nächste Film jetzt?
00:06:43: da startet Donnerstag Der Vaterland mit Sandra Hüller über die Rückkehr von den Mans nach Deutschland ist dass jetzt der uns aus den großen Häusern wieder rausspült oder halten wir uns Ist es gut im August zu starten?
00:06:55: Die Leute sind doch noch um Urlaub Es ist auch warm.
00:06:57: warum geht dann?
00:06:58: geht ja keiner ins Kino?
00:06:59: all diese Fragen beschäftigt man sich.
00:07:00: jetzt sagt man ja ist ja genial dass ihr den film jetzt rausbringt Nix ist genial, es ist einfach Glück.
00:07:06: Viel Glück!
00:07:07: Aber das ist ja eine wahnsinnig lange Zeit die ihr an diesem Film gearbeitet habt und ich glaube dass ... Das war ja dein Kino-Debüt der Tag an dem Bobby Ewing starb.
00:07:17: An dem Film hast du auch glaub ich sechs Jahre gearbeitet.
00:07:20: Und ich dachte das wäre viel?
00:07:23: Die Geschichte sollte dich eines besseren belehren, meinst du?
00:07:26: Ja diese Kinosachen gehen meistens nicht so schnell und weil man so viele Finanzierungspartner hat.
00:07:32: Beim Fernsehen ist es vergleichsweise einfach.
00:07:34: da hat man einen Auftraggeber das ist eine Auftragsproduktion der bezahlt der Sender den ganzen Film und wenn man einmal dadurch die Türes ist man durch die Führer.
00:07:42: bei Syracuse hatten wir zwölf verschiedene Finanzierungspartner.
00:07:46: das dauert
00:07:47: ja.
00:07:48: das ist ein bisschen Fördertourismus
00:07:51: Ja, aber so ist es dann eben.
00:07:53: Das ist ja auch was Tolles, dass wir so eine Filmförderlandschaft haben in Deutschland.
00:07:57: Jedes Bundesland hier die Region hat im Grunde ihre eigene Förderung.
00:08:00: vielleicht sollte man da auch mal vielleicht mehr kollaborieren.
00:08:03: Aber wir haben sie jetzt im Norden schon hinbekommen mit der Filmfördern Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen.
00:08:09: Vielleicht können wir auch nochmal Mecklenburg und Niedersachsen irgendwie dazu nehmen.
00:08:13: Dann wird's vielleicht ein bisschen einfacher Bürokratisch ein bisschen einfacher.
00:08:17: Aber auch da bin ich nicht der Meinung das man da immer so meckern sollte muss man sich halt ein bisschen mehr anstrengen und dann sammelt man das Geld dann eben auch an verschiedenen Töpfen an.
00:08:26: Der Tag, an dem Bobby Ewing starb?
00:08:28: Das ist ja auch so'n bisschen dein Einstieg würde ich von außen sehen weil der hat ja auch gleich diesen Max-Offelspreis bekommen was ja glaube ich für dich persönlich dann aus einem Zeichen war ah ich bin richtig in diesem Mitteel!
00:08:40: Das war ja ein sehr persönlicher Film Weil aufgewachsen bist du, ich glaub du bist fünft immer umgezogen aufgewachsenen Kiel und dann kurz wart ihr in dieser Kommune, du und deine Mutter.
00:08:50: In Eckstedt?
00:08:53: Das hört sich klein an, in Ditmarschen!
00:08:55: Und
00:08:55: hier
00:08:57: haben wir gedacht so dieses Wegwollen das Paul fühlt im Spaziergang nach Syracuse gespielt von Schale Hübner.
00:09:03: Das müsstest Du eigentlich kennen weil diese Hauptfigur am Tag als Bobby Ewing starb.
00:09:12: Der will ja eigentlich auch nur weg.
00:09:13: Es klingt ja so nach totaler Freiheit und ist ja total toll, als Kind da aufzuwachsen.
00:09:16: aber eigentlich will der weg.
00:09:17: Da isst nachher ja auch weg.
00:09:19: Dann geht er nach Portugal soweit ich mich erinnere es eine Weile her, dass ich den sah.
00:09:22: Ja das sind die großen Fragen, die mich in meiner Arbeit immer beschäftigen.
00:09:26: gehen oder bleiben Zugehörigkeit auch das zu definieren was wir Heimat nennen.
00:09:31: Ist ja so ein Begriff da irgendwie... Wir haben irgendwie glaube ich so Rechten und Rechtsradikalen überlassen.
00:09:36: Das finde ich eigentlich schade weil wir können ja auch selber definieren, was Heimat wo wir dazugehören.
00:09:41: Und das ist dadurch, dass ich immer wieder neu war durch dieses häufige Umziehen und dann so eine merkwürdige Wohngemeinschaft und dann wieder neue in die Kleinstelle.
00:09:48: Also ich war gefühlt immer der Neue und wollte immer wissen was sind denn eigentlich meine Leute?
00:09:53: Wer ist da?
00:09:54: Auf wen kann ich mich verlassen?
00:09:55: Und wer bin ich denn eigentlich?
00:09:56: Das definiert sich daraus ja auch.
00:09:58: Deswegen habe ich diese Art von Heimatfilmarbeit übernommen.
00:10:02: Das hat sehr viel mit meiner Schulzeit zu tun.
00:10:05: Wir hatten einen Lehrer, der kam zu uns aus Rheinhessen nach Dittmarschen an die Nordsee hat einen ganz anderen Blick uns dann auf uns selbst eröffnet.
00:10:13: Da war es halt nass und kalt, dachten wir und traurig.
00:10:15: aber dann mit der Kamera an der Video AG gearbeitet und gesagt, guck mal hier die Kamera hinstellt sie im Vordergrund das Schaf in den Hintergrund der Deich und da meldet er verdohnt.
00:10:24: Das hätte auch irgendwie eine gewisse Form von erhabener Schönheit.
00:10:27: Und dadurch brachten wir durch diesen Migranten aus Rheinhessen eine eigene Art Liebe zu dem, wo wir herkamen und auch des Bedürfnis zu selber zu gestalten.
00:10:37: Und das nicht selber so hinzulissen.
00:10:38: Deswegen ist es ja im Grunde dann Kultur wenn man sich selbst einmischt mit dem was man glaubt ausdrücken kann durch seine künstlerische Arbeit.
00:10:47: Das fing alles da an!
00:10:49: Wenn man jetzt zurückguckt wie du das jetzt angedeutet hast... zieht sich das natürlich vor.
00:10:53: Deswegen ist Paul unsere Hauptfigur, jemand der einmal im Leben nach Italien möchte für uns beide jetzt hier in Hamburg-Alternat das Normalste der Welt.
00:11:03: Der kann das halt nicht weil er in den DDR lebt.
00:11:05: und diese Freiheit die wir eben haben in dem Gesellschaftssystem indem wir hier leben bei alldem was ich ja auch beschissen finde und wenn wir darüber eine Podcast machen würden würde ich auf fünf Stunden durchreden aber wir haben die Möglichkeit es hier auszuhandeln zwischen meiner Freiheit und meiner Liebe entscheiden.
00:11:25: Und das halte ich für einen entscheidenden Punkt, den wir uns irgendwie auch mal wieder selbst vergewissern müssen in all den dunklen Zeiten, denen wir ja leben ganz
00:11:33: offensichtlich.".
00:11:35: Dieser Blick auf Schleswig-Häuse, das ist nass oder Norddeutschland.
00:11:38: Das ist nast kalt und junk!
00:11:41: Der kommt tatsächlich ein bisschen trist drüber.
00:11:43: Es freut mich, dass du das nicht so abbildest in deinen Filmen.
00:11:46: Das hat ja was sehr Liebevolles und auch sehr Brürenes.
00:11:48: Auch gerade manchmal dieser Melancholie die diese Landschaft... Und diese Menschen, die ja ausgestanden sind in dieser Landschaft zu mitbringen.
00:11:56: Du bist dann aber in deiner eigene Wahl zuerst nach Köln gegangen und nicht sofort nach Hamburg, weil du da studiert hast.
00:12:02: Warum bist du nicht sofort noch nach Hamburg gegangen?
00:12:04: Ich hatte ein bisschen Angst vor Hamburg.
00:12:05: Wir sind als wir an der Nordseeküste so die Jugend verbracht haben auch eher mal nach Kiel gefahren, weil Hamburg war uns zu unübersichtlich.
00:12:11: Wir waren Dorfis und Hamburg war für uns zu urbanen und deswegen dachte ich auch jetzt nach Hamburg.
00:12:19: die große Stadt auch so eine komischer Weise, so eine romantische verklärte Liebe zu Köln.
00:12:26: Weil ich war peinlicherweise ... was heißt peinicherweise?
00:12:29: Ich war BAP-Fan.
00:12:31: Gundeart von Provinzrock aus einer Art von Großstadt.
00:12:35: Kölne ist ja auch in der Großstadt!
00:12:36: Hat gerade
00:12:37: ein fettes Revive gefallen und auch einen spitzen Typ.
00:12:40: Wolfgang Liedenken.
00:12:42: Habt ihn noch nie kennengelernt aber ich schätze den trotzdem immer noch sehr.
00:12:46: Ja dann bin ich nach Kölnen gegangen war mir die Kölner zu aufdringlich in ihrer Liebe zu sich selbst, das war mir dann ein bisschen so düselig.
00:12:56: Und dann war klar jetzt muss man doch wieder nach Hause und dann kann man ja nicht nach Kiel ziehen oder noch Neumünster und denken, man kann da an den Medien fett
00:13:04: durchstarten.".
00:13:05: Also war Hamburg eigentlich eine Zweckentscheidung?
00:13:09: Totale Zweck-Entscheidung!
00:13:11: Ich kannte Hamburg vorher eigentlich gar nicht also von mal... Keine Ahnung, als auch auf den Sporthallen ins Konzert gehen oder so.
00:13:17: Aber ich kannte letztlich nur die Klischees und habe es aber nie bereut nach Hamburg gezogen zu sein.
00:13:24: Wann war das?
00:13:24: Wann bist du hier angedockt?
00:13:26: Es war so ein bisschen durcheinander.
00:13:28: Achtundneunzig, neunneinzig.
00:13:29: So in der Zeit!
00:13:30: Wie hast Du die Stadt damals empfunden?
00:13:33: H-Hard also gerade im Gegensatz zu Köln wo man innerhalb von zwanzig Minuten in der Kneipe angesprochen wird fast wie in England.
00:13:41: Also ich hatte das Gefühl alles was sich in Kölnen in drei Monaten erreicht hatte an Kontakten, dafür habe ich in Hamburg fünf Jahre gebraucht.
00:13:49: Also diese Leidensfähigkeit das auszuhalten... Ich verstehe jetzt gar nicht ob es immer noch so ist.
00:13:54: vielleicht ist Hamburg da auch ein bisschen lässiger geworden aber ich hab das schon als ziemlich exklusiven Club erlebt dem man Mitglied quasi war Geburt oder länger sein musste.
00:14:04: ich kam ja auch ein bißchen zu spät für die Hamburger Schule.
00:14:07: Die waren da alle schon in ihren Trainingsjacken vollkommen ausgerüstet und waren auch eine sehr starke Ingroup.
00:14:13: Ich bin dann natürlich über Rokko Chamoni und da auch reingerutscht, weil Rokkoschamonien ein total offener Typ ist.
00:14:19: Und kein Dünkel hat.
00:14:20: Aber dieses dünkelhafte, das ist mir damals schon stark aufgefallen in Hamburg.
00:14:26: Was war dein Stadtviertel damals?
00:14:27: Wo hast du gewohnt?
00:14:28: Die Altona!
00:14:28: In Altonaa... Wie hast Du dich denn vernetzt wenn er so einen geschlossenen Kreis hat?
00:14:34: Wie hast du zum Beispiel Rokka Chamoni kennengelernt oder Charlie Hübner?
00:14:36: Weil du hast ja jetzt ein sehr festes Netzwerk.
00:14:38: so erscheint ist jemals, weil diese Leute kommen immer wieder vor mit Dorfpunks, Fraktus, Studio Braun.
00:14:43: Wie sind diese Netzwerke dann zu Standard gekommen?
00:14:46: Rokoshamoni habe ich tatsächlich ganz banal im Pugel kennengelernt.
00:14:50: Da hat mich eine Redakteur vom NDR mit hingenommen und wir haben uns dann am Dresen festgequatscht.
00:14:55: das muss auch so, es war aber auch in der Szenar-Szene.
00:14:59: Und dann hat er mich quasi mitgenommen in die Hamburger Underground Szene.
00:15:04: Das war natürlich toll.
00:15:05: wenn man mit Rokohamoni irgendwo reinkommt lernt man sofort Leute kennen.
00:15:10: Ist ein Türöffner?
00:15:11: Er ist ein Unterhalter, er ist ein Icebreaker und jemand der mit seinem Humor dann eben auch sofort Gespräche in Gang setzt.
00:15:18: und dadurch bin ich da quasi reingerutscht und habe die alle kennengelernt.
00:15:23: Und alles was wir ... alle Studiebrauns, alles aus dem Umfeld das war dann... Die Nulli-Jahre waren toll, da bin ich dann in Hamburg angekommen quasi eingemeindet, aufgenommen worden.
00:15:36: Aber ich habe schon lange noch an die Tür getroffen und dann wirkt jetzt im Nachhinein komisch weil ich ja zu gut vernetzt bin.
00:15:42: aber am Anfang war es auch echt nicht leicht.
00:15:44: das musste man aushalten und da kommt mir wahrscheinlich auch meine schleswig-holsteinische Erziehung oder Gewöhnung dazu dass man eben manchmal länger braucht um die Herzen der Menschen hier oben zu öffnen.
00:16:00: Gab's denn den Moment wo du gedacht hast also diesen Moment?
00:16:03: Hey!
00:16:03: Jetzt läuft's.
00:16:04: Also jetzt kann ich hier bleiben in Hamburg und muss nicht nach Berlin.
00:16:08: Ich glaube, was mir sehr geholfen hat war meine Arbeit bei Großstadt Revier.
00:16:13: Das ist natürlich ... Kann man sagen es ist irgendwie so eine Vorabendserie.
00:16:15: Für mich war das sehr wichtig weil ich da auch arbeiten machen konnte die aus der Reihe gefallen sind.
00:16:22: Es waren keine durchgestreamte Serie wo jede Folge sein musste wie die andere sondern das waren im Grunde kleine Filme.
00:16:28: die wurden auch so übergehandhabt Und von den thirty-fünf Folgen Großstadtrevier, die ich gemacht habe, bin ich auch wirklich auf fünf, sechs Filme richtig stolz über die auch jederzeit nochmal immer wieder angucken und zeigen.
00:16:39: Ich bin dadurch in Hamburg wahnsinnig angekommen mit Jan Fedder und dem ganzen Team.
00:16:44: Wir sind überall reingekommen – von der Einzimmerwohnung in Oster-Verborn bis zur Villa in Blankenese, vom Knast in Santa Fu bis hin zur Baustelle auf der Elbphilharmonie.
00:16:54: also wir konnten quasi Mit dem Gütesiegel Großstadt-River, was hier in der Stadt sehr positiv konnotiert ist eigentlich überall rein.
00:17:02: Und dadurch habe ich Hamburg kennengelernt jede Ecke.
00:17:06: Gütesiegel ist ein schöner Begriff.
00:17:08: Ich hab ein zweites Gütesiegel.
00:17:10: in der nicht nur norddeutschen aber auch Norddeutschern Fernsehkultur ist natürlich der Tatort.
00:17:14: Da warst du auch unterwegs?
00:17:17: Ja,
00:17:17: ich habe Tatort Münster III gemacht und einen Tatort in Kiel meiner Geburtsstadt hat auch Spaß gemacht.
00:17:24: Aber ich würde sagen Wenn es für mich so eine Identitätsserie gibt, war das tatsächlich Großstadt Revier.
00:17:30: Aber dann machst du jetzt gerade nichts mehr?
00:17:33: Nein!
00:17:33: Ich habe da schon vor Jahren aufgehört und es ist auch okay, dass man mal das beendet.
00:17:37: Dann gibt's natürlich andere Leute die das prägen.
00:17:39: aber ja ich hab mich da immer zugehörig gefühlt und eben dann eben auch mein Heimatgefühl in Hamburg dadurch entwickeln können durch.
00:17:47: Und dann ist wieder genauso ein bisschen wie an meiner Geschichte vom Daich von Anfang also dem Moment wo du dann die Stadt erzählst Unverbrauchten Ecken, die Perspektiven, die noch keiner gesehen hat.
00:17:58: Prägt man idealerweise auch ein Stück weit Hamburg mit und ich fasse hier an Großnadr, wer immer toll fand es war eine im besten Sinne sozialdemokratische Serie ist ging nie darum Einer ist tot und wer hat's getan, sondern es ging eigentlich immer um gesellschaftliche Themen die da drum gestrickt waren.
00:18:13: Mal oberflächlich und peinlich klar.
00:18:15: aber das Ziel war immer so unterhalten und auch wirklich was über Gesellschaft produktiv zu erzählen.
00:18:20: also auch Die Polizei als Freund und Helfer ist ein blöder Schlagwort.
00:18:23: Aber natürlich wenn wir Stress haben wen rufen wir an die Polizei.
00:18:27: Das war ein großes Verdienst dieser Serie eben Auch den Zusammenhalt von Gesellschaft von Stadtvierteln Zu erzählen auch in all dem Scheitern was da immer wieder drin war.
00:18:36: deswegen hat mir dass immer gefallen, weil die Serie eine Art von Grundoptimismus was gesellschaftlichen Zusammenhalt angeht impliziert hat.
00:18:45: Die Stadt erzählen das machst du Prange.
00:18:48: zum Beispiel ist ein Beispiel in Bambig heimatet prangermann is ja nachbar.
00:18:55: genau das war der erste film.
00:18:56: aber
00:18:57: da die große hamburg erzielung fehlt ja eigentlich in Deiner Vita, oder?
00:19:03: Ja.
00:19:03: Also wir machen jetzt weiter mit Prange.
00:19:05: im Dezember kommt der zweite Film ins Fernsehen und Wir arbeiten auch schon an dem dritten film.
00:19:11: also ich versuche natürlich dann auch mal die hamburg Erzählung von barmweg aus einen stadtteil der nicht so oft vorkommt.
00:19:17: in Filmen und Fernsehen ist
00:19:18: aber auch im kommen sagt man in Hamburg gerne willensburg ist ein zwölfzehn Jahren
00:19:23: Und da geht es ja auch darum wie kann man aus welcher perspektive erzählt man statt?
00:19:27: das ist ja nicht denn immer nur Keine Ahnung der Kiez und die ganze Romantik, die ich mittlerweile auch nicht mehr so richtig teilen kann.
00:19:36: Diese ganzen Muckipinzen oder die ganzen Luden und so am Ende waren das ja Verbrecher.
00:19:43: und dieses immer zu romatisieren finde ich dann auch nicht gut für lieber nach anderen Hamburgerzählungen gucken.
00:19:49: Und ich glaube da gibt es natürlich an jeder Ecke viel zu zu entdecken.
00:19:52: und wir machen das jetzt mit Prange Mit tollen Schauspielern.
00:19:55: Andreas Altenburg, meinen ältester Freund.
00:19:57: Ein wahnsinnig guter Autor mit Blick auf das was man den Alltag normaler Menschen nennt.
00:20:02: und ich bin da ganz stolz darauf auf diese Reihe weil man da eben viele Menschen sieht die man sonst im Fernsehen immer nur als im Krimi sieht als Täter oder Opfer sondern wir erzählen jetzt einfach nur ganz normal einen Mieskaser an Haus in Bamberg Und mit all dem was da drin ist ein Einsamkeit auch an Überforderung was gesellschaftliche Prozesse angeht.
00:20:23: aber Auch da versuchen wir aus einer spezifischen Hamburger Perspektive auch so gelingend zu erzählen.
00:20:29: Was kriegen die Leute auch hin?
00:20:31: Es gibt ja diese großen Hamburg-Kinofilme auf, hat die Akims kurz und schmerzlos ist finde ich ein toller Film über Altona, den man unbedingt mal gesehen haben
00:20:39: muss.
00:20:39: Absolut, ja!
00:20:40: Wo man sieht wie dieses Viertel sich gewandelt hat Irre oder Sebastian Schipper ist absolut die Gigantnis.
00:20:47: für mich auch ein tolle Hamburgfilm.
00:20:49: oder Soul Kitchen Kommt von dir noch mal dieser Kinofilm, diese Hamburg-Kinofilme?
00:20:55: Aber ist praktisch nicht auch irgendwie ein Hamburg-Film.
00:20:57: Ja, irgendwie schon!
00:20:58: Aber nicht so wie die anderen... aber ja das stimmt würde ich gelten lassen, aber nur bisschen.
00:21:04: Wir waren einer der ersten, die eine Stadt sieht einen Film.
00:21:07: und dann zu den ganzen Orten wo wir in Hamburg gedreht hatten.
00:21:11: Es ist jetzt kein Film, der Hamburg so spezifisch verklärt oder ins Binde reindrückt, aber klar.
00:21:18: Oder es ist hierbildend als Ort auch Zeig?
00:21:21: Ja, ich bin offen.
00:21:22: Aber ich versuche eben Hamburg oder auch grundsätzlich Gesellschaft nicht so sehr immer von der Innenstadt auszuerzählen.
00:21:29: Unsere Serie Jennifer Sehnsucht nach Was Besseres spielt ja Neu-Wolmstorf was für mich im Prinzip auch wenn's zu Niedersachsen gehört auch zum Hamburger Speckgürtel gehört und ich finde diese Geschichten viel interessanter als nochmal die nächste große Großstadtromanz Drama.
00:21:48: Weil ich glaube, viel mehr Menschen wohnen in diesen Stadtteilen wie Neu-Wolmster von Bambeck und das zu erzählen finde ich persönlich reizvoller.
00:21:56: Wie du hast es ja auch schon beschrieben die großen Altenrafilmen gibt's hier alle schon und ich gucke dann immer lieber nach meiner eigenen Nische.
00:22:04: Ist es wichtig dann auch Fernsehen zu machen?
00:22:06: Also Fernsehenzumachen wenn nicht nur Kino um da noch niedrigschwelliger anzugehen.
00:22:09: oder hat das finanzielle Gründe dass Fernsehen einfach?
00:22:13: Also natürlich ist Kino das Schönste.
00:22:15: Das muss man erst mal sagen, wenn ich jetzt so zurückkecke, welche Filme würde ich jetzt in meine Tasche packen?
00:22:21: Wenn ich irgendjemandem erzählen möchte was ich so gemacht habe sind das natürlich in der Regel die Kinofilme.
00:22:26: weil eine Folge Großstadt Revier kann man sagen muss man es im Kontext rücken.
00:22:30: das war aber viel besser.
00:22:31: weil das vorher so und so war ist egal.
00:22:34: Die Rezeption mit anderen Menschen gemeinsam in einem Raum zu sitzen, das Licht geht aus dem Film fängt an.
00:22:39: Alle Konzeprationen auf die große Leinwand oder auch die kleinere Leinwander sind natürlich von der Wahrnehmung her das Schönste.
00:22:45: aber ich habe überhaupt keinen Dünkel vom Fernsehen.
00:22:48: Das wäre auch vollkommen lächerlich.
00:22:49: Ich hab so viel Fernseh gemacht über hundertzwanzig Fernseekrimis gemacht alle möglichen Formen von Serien-Fernsehfilmen.
00:22:56: Ich liebe das Fernsehen als was es ist eben auch gerade das öffentlich rechtliche Fernsehen Als Demokratie Element unserer Gesellschaft.
00:23:06: Das ist total wichtig finde ich, dass das überlebt, dass es Fiktion hat die hochklassig ist und nicht immer nur Mord- und Totschlag.
00:23:15: Dessen bin ich ein bisschen überdrüssig.
00:23:17: aber natürlich ist auch mein Beruf klar und nur von Kinofilmen kann man vielleicht zwei drei Leute in Deutschland leben wie ich nicht.
00:23:25: Ich mag gerne Fernsehen und ich freue mich eben auch, dass mein Beruf ist auch Fernsehregisseur und Autor zu sein.
00:23:34: Geschichten erzählen in Hamburg, aber eben auch weiterhin in der Fläche, sag ich mal so.
00:23:38: In der Norddeutschen Flächen Mittagstunde zum Beispiel ein kommerzieller Vollkreis da filmen weiter hin?
00:23:44: Vielleicht nehmen wir lang immer gucken wie es mit Syrakus
00:23:45: geht.
00:23:48: Auch andere Filme sind ja Dorfpunks zum Beispiel, sind ja dann doch eher in der Fläche gesiedelt.
00:23:53: Hast du nach wie vor ein Herz für die Landbevölkerung?
00:23:56: Für das Landleben so sehr dass du da auch wieder hinziehen würdest oder bist du Städter?
00:24:00: Also jetzt aufs Land zu ziehen kann ich mir nicht vorstellen... Ich liebe Wahnsinn!
00:24:04: Ich gerne in einer staatlichen Marktes kulturelle Angebot, wie man so schön sagt.
00:24:08: Ich bin leidenschaftlicher Kneipen und Essengeher, Kinogereher.
00:24:14: also jetzt wieder in einen Ort zu ziehen, der vielleicht nur gar kein Kino hat oder so, das kann ich mir gar nicht vorstellen.
00:24:21: Aber ich hab dann natürlich auch meine Zugehörigkeit, meine Heimat ist auf dem Land und gleichzeitig kann ich aber auch sagen man kann auch Heimat immer wieder neu definieren.
00:24:30: also insofern bin ich da nicht festgelegt.
00:24:32: Also wir wollen jetzt als nächstes von Dörthe Hansen zur See machen.
00:24:36: Das spielt auf einer Insel Dann kann ich das für mich definieren wie da meine Haltung zu ist?
00:24:41: Ich bin da nicht so festgelegt Aber ich möchte eben Geschichten erzählen, die mit einem echten Leben zu tun haben und die nicht abgehoben sind.
00:24:49: Und die vielleicht einfach einen Unterschied machen können in einer gesellschaftlichen Debatte zumindest zu einem minimalen Teil.
00:24:57: Insofern werden das dann auf dem Land spielt.
00:25:00: sehr gerne ist sowieso meistens ein bisschen dankbarer zu erzählen.
00:25:05: Gehst du auch nach wie vor regelmäßig in so Landgasthöfe?
00:25:07: Ich meine es gelesen zu Hause.
00:25:09: Ich gehe sehr gerne im Landgasthöfe weil ich glaube dass man dort dass echte Leben viel stärker einsaugen kann.
00:25:16: Ich unterstütze das immer sehr, weil ich glaube doch, dass ähnlich wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen sind ist auch Landkastronomie unglaublich wichtig vielleicht auch urbaner Gastronomie.
00:25:26: aber auf dem Land ist noch was anderes.
00:25:28: da kommen Menschen zusammen die nicht zusammen gehören.
00:25:31: Das war auch in dem Dorf, in dem ich damals in Eckstedt gelebt habe.
00:25:35: Da hat das Dorf mich vor den Hippies gerettet und wir sind mit meinen zehnjährigen Kumpels in die Kneipe und haben da unser Eis geholt und da Flipper gespielt werden, die Erwachsenen oder Elten darin das Skat gespielt haben.
00:25:46: Man ist dadurch im Kommunikation gekommen mit Leuten, die man normalerweise nicht trifft.
00:25:50: Deswegen suche ich das immer.
00:25:51: Es war jetzt auch wenn er viel unterwegs, meine Frau kommt aus Sachsen-Anhalt Und dort sind wir rumgefahren mit ihrem Vater und er hat gesagt, ja wollen wir nicht in den Kneipel gehen?
00:26:02: Lassen vielleicht nicht reingehen.
00:26:03: Vielleicht gibt es da Ärger irgendwelche Leute die politisch anderer Meinung sind und ich habe gesagt, nee, wir gehen jetzt hin und bestellen uns einen Bauernfrisch und trinken trinken Bier und gucken wie wir da miteinander ins Gespräch kommen.
00:26:16: Es war ein wunderbarer Abend, also auch da war das wieder so.
00:26:19: man hat vielleicht Hemmungen andere Leute zu treffen und geht dann nun mal nur in seinen Keats, in seinen Laden.
00:26:25: und dass ist glaube ich etwas, was wir gesellschaftlich total verloren haben, dass man mal woanders klingelt bei dem Nachbarn den man vielleicht eigentlich Scheiße findet oder eben auch mal eine Kneipe geht, wo man normalerweise nicht hingegangen ist.
00:26:36: Das gilt finde ich für alle gesellschaftlichen Bereiche und die Landkastronomie deswegen ist mir das so wichtig es wirklich eine Säule dieser Möglichkeiten von Begegnungen, die unkontrollierbar sind oder die einfach ungewohnt sind.
00:26:49: Deswegen brauchen wir das auch viel stärker gefördert.
00:26:52: und wie heißt einmal wieder mit allen Dingen zu tun?
00:26:54: Wir Bürgerinnen-Bürger in der Gesellschaft kriegen auch nur das was wir nachfragen insofern lieber mal häufiger rausgehen und nicht zu Hause sitzen.
00:27:05: Das sind ja diese berühmten dritten Orte, über die grade sehr gesprochen wird gerade auf dem Land stark ausgedrückt.
00:27:11: Und du hast glaub ich im Jahr oder Jahrzehnte schon diesen Film Krugsterben gemacht?
00:27:16: Den fand ich genial weil ich komme auch vom Land.
00:27:19: und diese ganzen parallel zur Straße stehenden großen Gebäude, meine Großeltern wohnten in Struckum, Nordfriesland auf den Weg von Saartrupp nach Nordfriesern.
00:27:31: Da waren ganz viele leer stehende alte Landkasthöfe, da fahren die Leute nicht mehr hin.
00:27:36: Da sind irgendwann Familien hingezogen, die haben alle ein Auto und kaufen bei so einem großen Einkaufszentrum irgendwo einen Ufo ein einmal für die Woche.
00:27:44: Und für den Rest findet eben dieser Rückzug ins private Stadt vielleicht auch gefördert jetzt noch zusätzlich durch solche Streamingangebote oder... Ja das
00:27:51: ist Multicausal!
00:27:52: ...und die Leute gehen nicht mehr raus.
00:27:54: Und der hattest du in dem Film im Jahr früh auf einem Thema dran, dass jetzt der eigentlich richtig aktuell ist.
00:28:02: Ja, wann fängt man?
00:28:03: Also es war mir so ins Auge gesprungen ähnlich wie dir, da man fährt rum und denkt hier war doch früher mal einer!
00:28:08: Und das ist auch etwas was ich mit rockischer Moniteile in der heutzländischen Schweiz dann an der Nähe herkommt aus Löttingenburg.
00:28:17: In meinem Ort wo wir unsere Jugend verbracht haben in Meldorf gab es in den achtziger Jahren einundzwanzig Kneipen und jetzt gibt's nur noch eine.
00:28:26: Immerhin
00:28:27: Ja, immerhin.
00:28:28: Aber was machen die Leute alles?
00:28:30: Und ich glaube das diese Vereinzelung hat eben auch sehr viel damit zu tun nach diesen Orten dass sie weg sind und es zu feiern und auch wieder zu modernisieren.
00:28:38: Ich bin jetzt auch keine der muss alles genauso sein wie das neunzehntel-sechsen-siebzig war da Das waren mich auch scheißländer alle geraucht und Matthäus gestunken wenn man rausgekommen ist
00:28:47: sehr
00:28:48: männlich auf jeden Fall.
00:28:49: Und das, glaube ich ist, gehört dann eben auch immer wieder dazu dass man Heimat in dem Fall Landgasthof oder Land Gastronomie auch mal wieder neu erfindet und guckt wie macht man das denn jetzt?
00:28:59: Dass da alle hinkommen können, dass man da vielleicht auch hinkomen kann ohne Alkohol zu saufen sondern trotzdem schönen Abend hat, dass es nicht immer mit diese alten beschissenen männlichen Ritualen zu tun hat.
00:29:08: aber es geht eben darum das neu zu erfinden und nicht einfach sagen finde ich scheiße gehe ich nicht mehr hin.
00:29:12: Ich mache mir meine Pizza heiße und gucke Netflix.
00:29:14: also das ist ja auch nicht die Lösung.
00:29:17: Man kann als Bürger nur das bekommen, was man auch nachfragt.
00:29:20: Die Leute wissen vielleicht manchmal gar nicht, was ihnen fehlt.
00:29:23: Dieser Film Krugsterben, kann man dem noch auf YouTube oder so sehen?
00:29:26: Weißt du das?
00:29:27: Das ist eine gute Idee.
00:29:29: Dass Du mich dran erinnerst.
00:29:30: ich werde den innerhalb der nächsten vier Wochen auf Youtube hochladen.
00:29:33: Oh
00:29:33: mach das bitte weil ich glaube die Leute da draußen die sollten den sehn Der ist...der altert glaub ich gut und er erzählt sehr schöne Geschichten Weil du glaube ich auch da diesem Prinzip volks du hast Protagonisten in diesem ein Land gass.
00:29:45: es ist ja bezaubernd dieses ältere Ehepaar wenn nicht mich richtig.
00:29:48: Ja der Herr Gosau der mittlerweile verstorben ist mit Anfang neunzig da immer noch hinter dem Tresen steht und sagt jetzt würde er langsam mal aufhören und versucht den Gasthof dann zu verkaufen.
00:29:59: Und das Dorf reagiert mit Unverständnis und baut lieber einen Gasthoff viel, viel teurer oder sieht aus wie so eine Aldi-Markt.
00:30:07: und kann man auch viel über die Gingwas lernen!
00:30:10: Ja Ich kenne das vom Schreiben her zum Beispiel.
00:30:15: Man ist manchmal so Fan seiner eigenen Geschichte, weil man sich in seine Protagonistinnen verliebt.
00:30:19: Geht dir das auch so?
00:30:20: Ja natürlich!
00:30:21: Und jetzt bei dem aktuellen Film Paul den Charlie Hübner-Spiel, das war total irre.
00:30:26: Der hat eine eigene Identität entwickelt die nichts mehr mit Charlie oder dem Filmen zu tun hatte.
00:30:32: Das war ganz merkwürdig.
00:30:34: Als der letzte Drehtag war und die letzte Klappe angeschlagen, dann mussten wir irgendwie ein Geist verabschieden.
00:30:39: Es war irre... Also solche Sachen bekommen eine starke Eigendynamik, wenn man sich da wirklich reinkniet.
00:30:45: Das stimmt!
00:30:47: Aber wie schaffst du es dann Abschied zu nehmen?
00:30:49: Was erdet dich?
00:30:51: Mich erdet die frische Luft.
00:30:53: Ich bin unglaublich gerne draußen und gehe viel spazieren.
00:30:57: Ich laufe und mich erde so was wie ein schöner blauer Himmel, den wir jetzt gerade haben als ich in Altuna angekommen bin.
00:31:08: Ich finde, wir leben in einem tollen Land.
00:31:09: Wir leben in einer tollen Stadt und das gibt mir wahnsinnig viel Kraft zu sehen was wir eigentlich hier haben alles.
00:31:18: Und da immer wieder genau hinzugucken – das ist mir unglaublich wichtig!
00:31:22: Das schafft mir Zuversicht und Kraft und das irgendwie auch weiterzuerzählen so eine Art von Selbstwirksamkeit zu haben.
00:31:29: Wir hatten jetzt am letzten letzte Woche im Markteburger Dom ein Konzert mit unserer Initiative Gemeinsame Sache.
00:31:38: Da haben wir mit vierhundert Menschen gesungen, elf Chöre aus Sachsen-Anhalt zusammen mit Matthias Matschke, Axel Prahl, Herbert Grünemeyer und Björn Bod von Santiane und Sebastian Grumbiegel die da nicht wie so Schlaumeier aus dem Westen hingekommen sind sondern die einfach miteinander gesungen haben.
00:31:54: Und das war ein so wahnsinnig beglückendes gutes Gefühl weil wir uns da so untergehakt haben und wir festgestellt haben diese blöde Schlagfahrt von Wir sind mehr!
00:32:06: Das war doch so greifbar Und ich glaube, dass wir wieder auf den Schlenker zur Gastronomie zurückzukommen.
00:32:12: Dieses Gemeinschaftsgefühl... ...dass wir das an so vielen Stellen eigentlich merken und das haben.
00:32:18: Das gibt doch Kraft und Zuversicht für die Aufgaben, die vor uns liegen.
00:32:22: Total!
00:32:22: Aber es wird immer elitärer, weil Essen gehen in Hamburg, wird auch immer teurer?
00:32:25: Absolut!
00:32:27: Das hat ja mit der allgemeinen Preissteigerung zu tun,... ...das wir in einer wahnsinnig ungerechten Gesellschaft leben.
00:32:33: Das ist einem Jahr so fern nicht klar.
00:32:36: Also wir haben so viele so eine große hyperreiche und nicht-so reichen Schere, das ist ja komplett bizarr.
00:32:44: Und dass die Zeche dann wir zahlen müssen was wir dann?
00:32:47: mein Sohn arbeitet in der Gastronomie, er arbeitet im Headless wahnsinnig toller Laden und ich weiß was die erwirtschaften müssten um überhaupt bei plus minus null rauszukommen.
00:32:58: also die Kellner bekommen Mindestlohn was sehr gut ist aber das wiederum zwingt zu höheren Preisen.
00:33:06: Also alle sitzen wir da selber in einem Boot und du hast natürlich recht, wenn Essen zu einer elitären Sache geht.
00:33:10: Wenn ausgehend zu einer älteren Sache wird dann ist das finde ich ein sehr bedrohliches Zeichen und das sehe ich auch so.
00:33:17: bei all dem Optimismus den ich hier spüre sehe ich ja auch die Probleme.
00:33:22: und da glaube ich muss man auch grundsätzlich ran Die Fairness in unserer Gesellschaft deutlich zu verbessern.
00:33:29: Und ich bin auch mit vielen Menschen die viel Geld haben und nicht mit vielen.
00:33:32: Ich kenne manche Leute die viel geld haben die gerne dass auch ihren Beitrag leisten wollen würden.
00:33:38: Und deswegen lass uns lieber darüber reden, wie wird das alles hinbekommen?
00:33:43: Mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft und der Verteilung von Geld hinzubekommen.
00:33:47: Das ist nämlich auch gar nicht so schwer, dass andere Länder und Gesellschaften auch hinbekommen.
00:33:51: Damit die sich ja auch in Zukunft noch ein Kino-Ticket leisten können ne?
00:33:53: Ein
00:33:53: Kino Ticket und Popcorn und eine Pommes – das muss drin sein!
00:33:59: Popcorn und Pommes, was für eine schöne Mischung.
00:34:01: Bist du alt oder treu geblieben?
00:34:02: Oder liebst du in einem anderen Viertel hier in Hamburg?
00:34:04: Ich woh mittlerweile im Eimsbüttel und finde es da auch irgendwie schön.
00:34:08: Mir fehlt so ein bisschen die Nähe zur Elbe.
00:34:11: Ich bin eigentlich nie so ein Alster-Typ gewesen aber ich lerne das jetzt auch zu schätzen.
00:34:15: Wir haben so einen aufblasbaren Skajak mit dem wir schon extrem geil gekenntert sind.
00:34:21: Aber jetzt geht's eigentlich!
00:34:23: Und durch die ganzen Kanäle zu fahren, die Alster hochzufahren, das habe ich peinlicherweise vorher auch noch nie gemacht.
00:34:28: Das sieht ja dann aus wie am Mississippi.
00:34:31: Hamburg ist so vielfältig und deswegen ist es auch gut, mal wieder woanders hinzuziehen und nicht immer nur in seinen alten Flecken zu bleiben.
00:34:39: also das hat mich sehr bewegt dass Hamburg so faszinierend ist.
00:34:44: Deswegen kann ich Eulen immer nur raten auch mal Urlaub in Hamburg zu machen die wahnsinnig gute Infrastruktur hier zu nutzen Die immer besser werdende Fahrradinfrastruktur Also man kann noch viel Urlaub Zuhause verbringen finde ich auch gut her.
00:34:58: An den heißen Sommertagen sah das auf den Kanälen dort im Winterhudo aber auch in Eimsbüttel wahnsinnig schön aus.
00:35:05: Ja, mit den ganzen Booten dann rauf und so.
00:35:07: Das war ja wirklich wie ausgedacht irgendwie als ob wir eine militärane Stadt wären.
00:35:13: Und es hat mich ein bisschen an Kopenhagen wieder erinnert was wir dann immer alle sagen.
00:35:16: In Kopenhaagen, Stockholm alles auch wahnsinnige tolle Städte.
00:35:20: Aber Hamburg hat das auch alles.
00:35:22: Ich finde da können wir auch voll selbstbewusst sein zur südlichsten Teil Skandinaviens Und wie mitzumachen.
00:35:29: Für dich als Filmschaffender hat Hamburg eine gute Kinostruktur und Filmstruktur?
00:35:33: Also, Hamburg hat auf jeden Fall ne tolle Kinostruktur.
00:35:37: Ich kenne das ja aber jahrelang in der Jury zum Hamburger Kinopreis Die die Kinobetreiberinnen in Hamburg machen.
00:35:44: fantastische Arbeit finde ich.
00:35:46: Ich mag jetzt gar kein einzelnes Kino aufzählen weil Wir wirklich, glaube ich, eine gute Struktur hier haben und noch ein treues Publikum.
00:35:53: Dieses Jahr ist es auch insgesamt gut für einen deutschen Film machte auch Hoffnung.
00:35:57: Wann war unsere Kinotour?
00:35:58: Haben wir dieses Jahr im Elbe Kino gestartet?
00:36:00: das war irgendwie auch witzig.
00:36:02: Ausverkauftes Haus an der Ossaufer Landstraße herrlich war das.
00:36:06: Alle drehen gerade wahnsinnig gerne mit Sandra Höller.
00:36:08: Möchtest du auch gerne mit Sandra Höller drehen?
00:36:11: Ja, es gibt ja so Schauspieler oder Schauspielerinnen die eben so eine besondere Aura haben, denen man so einen Film einfach so aus anvertraut.
00:36:19: und eigentlich hat man das Gefühl wenn Sandra Hölla mitspielt ist es schon ein Gütesiegel, wenn sie dabei ist kann das gar kein schlechter Film sein.
00:36:28: Und ich habe den Trick mit Charlie Hübner und eben auch häufiger mit Bjarn im Mädel gemacht.
00:36:32: bei denen beiden hab' ich auch das Gefühl Wenn die dabei sind kann der Film eigentlich gar nicht richtig schlecht werden.
00:36:37: Aber wenn Sandra Hüller mal Bock hat, ich würde mir was einfallen
00:36:41: lassen.".
00:36:44: Ein kleines Angebot!
00:36:45: Na ja am Ende, wenn man öfter mal umziehen soll, um andere Perspektiven zu haben vielleicht ist es auch ganz gut, an und zu mit ganz anderen Leuten zu drehen, ne?
00:36:51: Wenn man oft in so einem bestehenden Netzwerk filmt... Absolut!
00:36:54: Das ist bestimmt toll.
00:36:55: aber ich glaube man entwickelt dann vielleicht auch so Rituale die vielleicht auch geändert
00:36:59: Absolut, also das immer nur in derselben Suppe zu schwimmen.
00:37:01: Das ist ja tierisch langweilig!
00:37:03: Also jetzt hat es mit Charlie gut geklappt und wir werden auch sicherlich noch viele Sachen zusammen machen.
00:37:08: aber ich bin da nicht immer nur an einer einen Konstellation.
00:37:14: Bei dem nächsten Film zur See gibt's eigentlich keine richtige Rolle für Leute zwischen fünfzig und sechzig.
00:37:18: Ich muss mich komplett neu umstellen.
00:37:21: Wo dreht ihr da jetzt?
00:37:22: Wahrscheinlich nicht in Hamburg.
00:37:24: Auf welcher Insel?
00:37:24: Weiß man noch nicht.
00:37:25: Das ist ja im Grunde so eine nordatlantische Erzählung zur See, das geht gar nicht so spezifisch um die einen Nordseeinsel.
00:37:32: Wir reden gerade auch mit holländischen Produzenten, die sagen dass es genau meine Insel hier in Holland wo das spielt und Leute aus Dänemark sagen das gleiche.
00:37:41: also das ist gar nicht So spezifik zuzuordnen.
00:37:43: dieser Strukturwandel auf so einer Insel Per voll zieht sich glaube ich an vielen Stellen auf der Welt.
00:37:50: Und insofern, mal gucken ob wir auch in Hamburg drehen aber in Schleswig-Holstein auf jeden Fall.
00:37:55: Solche Projekte wie wichtig ist es dass du inzwischen auch Teil einer Filmproduktionsfirma bist zusammen mit Joko Winterscheidt und Glashäufer umlauf Florida Film?
00:38:04: Ja das ist natürlich ganz schön wenn man eben auch sagen wir mal als Produzent damit reinwirken kann in den ganzen Prozess.
00:38:12: Ehrlicherweise auch ganz schön anstrengend weil man immer so zwei Hüter aufhaben muss.
00:38:17: Aber mir war das irgendwann wichtig nicht immer nur darauf zu warten, dass mich eine anruft.
00:38:21: Dass ich eben auch selber Projekte anstoßen kann und ich habe jetzt im Grunde die letzten zehn Jahre nur Sachen gemacht, die ich unbedingt wollte, die Ich selber mit angestoßen habe.
00:38:30: Und das kannst du dann eben nur wenn Du auch selber eine Art von Firmen Background hast den Du selber mit im Blick hast.
00:38:36: Insofern ist es sehr sehr wichtig Auch das Netzwerk was da drum entsteht ist natürlich toll.
00:38:41: Du bist heute Morgen auch aus Berlin angereist, du bist über die neue Sternbrücke gefahren.
00:38:45: Ab heute diesen Montag, dem wir haben heute den einundreißigsten richtig.
00:38:51: Einundreßigste Acht, da fahren wieder Zöge rüber!
00:38:55: War das ein erhebendes Gefühl für dich?
00:38:57: Es war...
00:38:58: Anzukommen in Hamburg über die Sternbrücke.
00:39:00: Wie auf
00:39:01: Watte sind wir darüber gefahren?
00:39:03: Es war wirklich ein erhebender Moment und ich finde, die Geschichte von der Sternbrücke eben auch so interessant weil sich da ja so viel zeigt über gesellschaftliche Veränderungen auf besonders konservative Menschen aus dem Stadtteil Sternchanze, die da so dran festgehalten haben an den alten ritualisierten Dingen mit den Clubs darunter alles menschlich total verständlich.
00:39:22: das Gehirn des Menschen ist Veränderungsavers.
00:39:25: Das Gehirnenverbrauch sehr viel Energie im Verhältnis zum Restkörper.
00:39:29: Also möchtet das Gehirn möglichst keine Veränderung, ist total menschlich!
00:39:32: Das wissen wir aus der Neurowissenschaft.
00:39:34: und jetzt sehen wir aber den, dass fünf Jahre Streit da drum dazu geführt haben, dass man einmal funktioniert.
00:39:40: das?
00:39:41: Und ich finde es Wahnsinn.
00:39:42: wer da mal war im Schulterblatt Ecke Aitona Chorsey die letzten Monate hat sich ja nicht vorstellen können, dass das Ding tatsächlich hinpasst und dass sie das schaffen dass da die Straße links zu schieben einzupassen, einzuklingen und das es funktioniert.
00:39:55: Und deswegen finde ich das so eine tolle Geschichte.
00:39:58: Am Ende klappt es!
00:39:59: Die haben das hingekriegt... ...die fantastische Bauleiterin da.
00:40:06: Ich weiß nicht ob der Begriff richtig ist.
00:40:08: Die haben tolle Videos darüber gemacht.
00:40:10: Jetzt fährt man da einfach rüber und es ist jetzt eine neue Form von Urbane Architektur, die einfach so dazugehört.
00:40:17: Und so finden eben Transformationsprozesse statt.
00:40:20: Man streitet drüber und am Ende muss man sich entscheiden, gehen wir jetzt den Schritt oder nicht?
00:40:24: Ich glaube in wenigen Monaten werden wir das alle total superfinden und gar nicht mehr uns fragen warum da so lange drüber gestritten wurde.
00:40:32: Der Streit ist gut aber am Ende, muss man dann sich auch fragen vielleicht haben wir es an einer Stelle ein bisschen zu deugestritten darüber.
00:40:40: Insofern ist das auch ein tolles Beispiel für gelingen!
00:40:44: Also zur See wird da sicherlich schwierig stattfinden können rund um die Sternbrücke.
00:40:48: Aber könntest du dir vorstellen, da zum Beispiel noch mal in der Hamburg Erzählung zu machen über so ein Objekt?
00:40:53: Das ja doch jetzt prägend ist weil es ist ja recht groß auch.
00:40:55: Ja total ich würde sowas gerne machen.
00:40:57: wir... Ich habe ja noch mit Nicole Zabel meiner Partnerin eine Initiative gegründet die heißt Planet Narratives.
00:41:04: und was wir da machen ist explizit zu schauen wie können Bezogen auf die großen Metathemen Klima und Demokratie.
00:41:12: Filmerzählungen so bauen, dass Menschen dadurch Handlungsimpulse bekommen.
00:41:16: Geschichten, die dann eben auch mal funktionieren.
00:41:18: Und das sind ja sehr, sehr schwierige Geschichten.
00:41:20: Mord- und Totschlag ist viel einfacher weil unser Gehirn im Grunde wenn Gefahr da ist sofort in Beziehung tritt.
00:41:27: Wenn es easy ist, wenn was klappt ist das viel schwieriger menschliche Gehirne dafür zu interessieren.
00:41:33: im Sinne der Aufmerksamkeitsökonomie Und insofern suchen wir eigentlich die ganze Zeit nach solchen Stoffen und versuchen auch unsere Kolleginnen und Kollegen in Workshops, in Drehbuchberatungen, auch Sender- und Streamer- und Filmförderung zu motivieren.
00:41:46: Das klappt wirklich supergeil Menschen so zu befähigen Geschichten eben anders zu erzählen.
00:41:52: Deswegen ist die Sternbrücke wäre ein perfektes Beispiel dafür das es durch Viele Konflikte, die dann aber eben vernünftig und manchmal auch kontrovers und existenziell ausgeführt worden sind am Ende.
00:42:05: Aber hingekriegt wird und auch die Gegner vielleicht jetzt sagen können okay wir haben gestritten, aber ich kann auch irgendwo anerkennen dass das vielleicht auch was Positives hat um solche Geschichten zu erzählen.
00:42:16: Ich glaube das brauchen wir in der Gesellschaft mehr und die Fiktion ist dafür unglaublich wichtig weil nur die Fikktionen kann so Möglichkeitenräume in der Zukunft aufmachen Und auch Dinge davon erzählen, wo wir gemeinsam hin wollen.
00:42:28: Also wie die amerikanische Menschenrechtsaktivistin Bell Huxmar gesagt hat what we cannot imagine can not come into being.
00:42:36: Was wir uns nicht vorstellen können kann noch nicht klappen.
00:42:38: Insofern sind solche positiven Zukunftsbilder in der Fektion extrem wichtig.
00:42:42: Mehr Utopiewagen ohne die Realität zu verneinen, meinst
00:42:45: du?
00:42:45: Ja man nennt das Utopia glaube ich.
00:42:47: Also Dinge, die dann eben tatsächlich auch realistisch sind.
00:42:50: Utopia hat auch wieder so ein Ogur des Nicht-Realistischen.
00:42:54: Nicht erreichbar zum Beispiel
00:42:55: ist es noch.
00:42:55: Ja genau und Utopia bezeichnet eigentlich... So wie
00:42:57: Möhre vor der Nase.
00:42:58: Ja, Utopia bedeutet aber Dinge die wir auch erzählen können.
00:43:00: Wir haben da auch verschiedene Studien gemacht zusammen mit der Filmforderung und der Hochschule für Musik und Theater Hannover und da ist klar rausgekommen dass Menschen die Filme sehen viel, viel stärker positiv reagieren auf tatsächlich realisierbare Veränderungsmöglichkeiten und Verbesserungsmöglichkeit.
00:43:20: Wenn es zu abstrakt, zu weit weg ist, zu utopisch wie du sagst dann denken die Menschen fühlen die Menschen offensichtlich da keine starke Beziehung.
00:43:28: aber wenn man das Gefühl hat Das ist etwas was irgendwie in Reichweite meiner Wahrnehmung ist Dann kommen menschen entgange dass es eben auch wichtig zu wissen beim geschichten erzählen
00:43:40: Art und Weise, die Welt ein bisschen besser zu wachen.
00:43:42: Und auch Hamburg besser zu machen.
00:43:44: Einmal erzählerisch, dass man vielleicht Bilder aufzeigt aus dem Leben sagtest du ja, die du gerne erzählst.
00:43:51: Du bist aber auch sehr dabei oder sehr involviert in die Idee das Film selbst grüner zu gestalten?
00:43:59: Ja, das ist interessant!
00:44:02: Wie können wir unsere Arbeit... Ich finde den Begriff Grünheit auch immer schlecht, weil das dann immer auf so eine Partei irgendwie hinlenkt.
00:44:09: Das find ich deswegen nicht gut, sondern wir versuchen im Grunde alles zu machen.
00:44:13: wie der gute alte Klospruch verlassen sie diesen Ort wie Sie ihn vorgefunden haben.
00:44:19: insofern ist auch die Filmindustrie wie alle anderen Industrien ganz natürlich dran gehalten eben weniger Müll zu produzieren Mobilität zu machen dass möglichst wenig CO² in die Atmosphäre emitiert Klamotten, Kostüme wiederzuverwenden.
00:44:36: Beim Catering möglichst wenig Fleisch zu essen und wenn Fleisch dann richtig gutes Fleisch.
00:44:40: also eigentlich die ganz normalen Dinge.
00:44:42: wir sagen immer die großen vier F's sind das entscheidende.
00:44:45: Finance also wo habe ich meine Bank?
00:44:47: Fashion wie viel Mode kaufe ich ein?
00:44:52: was ist das dritte?
00:44:54: Finance fashion Fliegen Also Fashion keine so viele Klamoten kaufen.
00:45:00: Finance wo es meine Bank Fliegen.
00:45:02: Es ist doch entscheidend, wenn man sich mobil ist es natürlich besser nicht zu fliegen sondern im Zug zu fahren und natürlich Fleisch weniger Fleisch.
00:45:11: Wenn man diese vier Fs irgendwie versucht zu berücksichtigen warum sollte man das nicht auch in seine Arbeit machen?
00:45:17: Wir haben das ganz toll hinbekommen mit ganz ganz vielen vor vielen Jahren.
00:45:21: In Jahr zwei tausend zehn haben wir in Hamburg angefangen mit dem grünen Drehpass auch schon mit der Farbe Und jetzt haben wir am Grunde so Mindeststandards, die tatsächlich gesetzt geworden sind.
00:45:31: Wenn man in Deutschland Filmforderung bekommt ist man angehalten und es wird auch kontrolliert auf bestimmte Dinge zu achten, die eben finde ich ganz normal sind.
00:45:39: Das ist aber der Fußabdruck wie wir das ja mal können.
00:45:42: In Deutschland können wir mit unseren persönlichen Falten nur so ungefähr zwanzig Prozent unserer Emissionen und unseres Mills beeinflussen.
00:45:51: Achtzig Prozent dem sind wir ausgeliefert.
00:45:53: Das sind systemische Rahmenbedingungen.
00:45:56: Deswegen ist es uns wichtiger, den Blick vom Fußabdruck auf den Handabdrucks zu lenken also auch gesamtgesellschaftlich in der Kommunikation so wie wir bald jetzt hier reden.
00:46:05: das ist eher handabdruk.
00:46:06: also wie kann ich idealerweise mehr Menschen davon mitreißen über die Zukunft anders zu sprechen ihr verhalten gemeinsam anders auszurichten anhand der planetaren Grenzen als statt zu sagen Ich bin aber besonders vorbildig in der Mülltrennung da war ich großer Anhänger davon mit meinen Mitmenschen wahnsinnig auf den Sack gegangen, mit meinem Moralinsaun gelabert.
00:46:28: Das
00:46:28: kann man auch
00:46:29: gut.
00:46:30: Das ist für mich ein großes Learning und deswegen haben wir dieses Planet Narratives gegründet wo wir eigentlich diese Idee von dem vernünftigen nachhaltigen Drehen eigentlich eher dahin lenken.
00:46:38: was machen wir da nicht?
00:46:39: Wir sind Geschichtenerzähler und Geschichten das wissen wir auch wiederum aus der Neuro-Wissenschaft haben so einen wahnsinnigen Impact of Gesellschaften.
00:46:46: Wir sind im Grunde keine Homo Sapiens!
00:46:50: Menschen vergegenwärtigen sich Realität und Fakten immer über Geschichten.
00:46:54: Das ist nichts, was wir uns ausgedacht haben, sondern das isst seit der Steinzeit so.
00:46:58: Insofern ist der Handabdruck im Sinne von Geschichten erzählen.
00:47:02: So viel sind voller und wirkungsmächtiger als wenn ich zu Hause meinen Müll noch gut trenne!
00:47:07: Insoferen versuchen wir da eben auch unsere Kolleginnen und Kollegen dahin mitzureißen sagen erzählt andere Geschichten dann habt ihr einen viel größeren Hebel als wenn ihr individuell noch so integer seid wie ihr wollt.
00:47:19: Eine Geschichte wäre die Sternbrücke und der positive Verlauf, wie es dann laufen könnte.
00:47:25: Also Gedankenräume öffnen.
00:47:26: gibt es eine Geschichte über Hamburg, die unbedingt einfach mal erzählt werden sollte.
00:47:31: Hast du sowas im Kopf?
00:47:33: Aber die noch keiner erzählt hat, weil es gibt ja immer so unendlicher Spaßmäßig von Hestermann Wallace, galt als nicht verfilmbar.
00:47:42: vielleicht hast du so eine Geschichte gesagt das wär'n nicht verfilmbar aber wir sollten sie erzählen.
00:47:46: Ich denke immer noch an den wahnsinnigen Künstler Heino Jäger.
00:47:49: Das Vorbild ist für viele, viele große Künstler wie zum Beispiel Olli Dietrich.
00:47:56: Auch Rocco Chamoni hat viele Referenzen, Heinz Strunk alle haben viele Referenz und so.
00:48:00: Heino Jäger niemand kennt ihn.
00:48:02: Und das war ein wahnsinnig spannender merkwürdiger schräger Vogel der in den siebziger Jahren viel in Hamburg gelebt hat und eine sehr, sehr interessante vollkommen abstruse Biografie hat.
00:48:16: Und Hamburg durch die Augen von Heino Jäger einmal zu sehen, das wäre schön.
00:48:21: Können wir uns irgendwann darauf freuen, meinste?
00:48:24: Es gibt ja solche Geschichten wie du selber gesagt hast, die unverfilmbar sind.
00:48:28: Also, Heino war ein Typ der Zeichner, war Identiker, der konnte sich Dialekte nicht nur merken sondern mit so einem Mini-Delay konnte er Leute parodieren ohne dass sie das Gefühl hatten Sie werden parodiert also ein unglaubliches Zeichnerisches und humoristisches Werk hinterlassen, das so bahnbrechend war.
00:48:48: Und wenn man heute Helge Schneider hört denkt der muss ja Heino Jäger gekannt haben.
00:48:54: also diese... Das ist unglaublich!
00:48:56: Darüber was zu erzählen würde ich schon gerne mal machen.
00:49:00: aber vielleicht ist es auch gehört dass dieser Stoff auch zu den nie verfilmten oder nicht verfilmbaren Geschichten Hamburgs.
00:49:07: Aber wenn's ginge Ich würd' es gerne machen
00:49:10: Und vielleicht Hamburg einmal durch seine Augen blicken.
00:49:12: Gibt es sonst eine Figur, die du gerne mal für vierundzwanzig Stunden wärst?
00:49:15: Ich wäre für vier und zwanzig Stunden gerne mal Bargeber in der ... Nee!
00:49:22: Für vierundzwanzig stunden hätte ich gerne mal eine Gastronomie wo ich Gastgeber sein kann ohne die gesamte Verantwortung dafür zu haben.
00:49:32: Das ist ne Utopie.
00:49:33: Das is ne Utopia weil wenn man an A sagt muss man auch B sagen dann kann leider alles Nur machen, wenn man auch die Verantwortung dafür hat.
00:49:40: Und deswegen sehe ich ja wirklich schwierig das ist und sofern wird das wahrscheinlich auch eine Utopie bleiben.
00:49:46: Münchtet ihr es manchmal auch für deinen Job, dass du als Regisseur ein Filmemacher nicht immer diese ganze Verantwortung noch für die gesamte Crew- und Produktionsprozesse hättest inklusive der finanziellen Verantwortung?
00:49:54: Das sind Filme dann auch läuft.
00:49:56: Ja ehrlich gesagt war mir das gar nicht so bewusst.
00:49:58: Es wird sich jetzt ein bisschen Kukett an, aber als ich bei Fatih Akin bei Amrum mitgemacht habe als Schauspieler Saß ich da vier Stunden in der Maske und wir haben Bärte anprobiert.
00:50:08: Und das war relativ hellhörig, und die ganze Zeit beim Rücken zu mir war der Flur.
00:50:13: Ich habe immer gehört wie fahrt ich permanent von Leuten gefragt würde was?
00:50:17: jetzt muss eine permanente Entscheidung treffen?
00:50:20: Ich glaube ich hab mitgezählt es waren irgendwie neununddreißig in drei Stunden.
00:50:24: Da ist mir das bewusst geworden dass man manchmal als Regisseur denkt was mache ich hier?
00:50:29: eigentlich bin ich überflüssig weil ich habe ja keinen eigentlichen Job bedienen, wenn er die Kamera noch spielt.
00:50:35: Ich vor der Kamera noch ziehe jemanden die Kostüme an und ich stütze ja eigentlich nur rum aber es ist offensichtlich doch ein relativ wichtiger Beruf und da hat mir das persönlich nochmal so bewusst geworden.
00:50:46: auch am Set, wenn man da Schauspieler ist...ich hatte mich nicht nur auf meinen Text konzentriert und das war...ich will das nicht gering schätzen, Schauspieler sind extrem wichtig!
00:50:55: Aber was mein Kollege Akim da die ganze Zeit wuppen musste, das wurde mir dann da bewusster.
00:51:01: Was du auch so wuppst ne?
00:51:03: Ja, wahrscheinlich.
00:51:04: Also ich kann mich ja nie von außen angucken.
00:51:06: Letzte
00:51:06: Frage!
00:51:07: Weil ich muss dich gleich in dein Folgetermin entlassen damit du entspannter hinfahren kannst und diesen Delay einholen kannst den dir die Deutsche Bahn dann heute eingebracht hat aber immerhin über die neue Sternbrücke gefahren.
00:51:17: Robert fängt der Tag doch schon gut an.
00:51:19: Wenn Du einen Wunsch frei hättest für Hamburg An dem Wunscht ans Universum Und er würde sogar wahr werden Was wäre Dein Wunsh für Hamburg?
00:51:30: Sehr viel mehr Bäume würde ich mir für Hamburg wünschen dass wir wirklich eine Stadt werden, die mit den Turbulenzen, die zu einhundert Prozent auf uns zukommen, gut fertig werden.
00:51:41: Das wird es nicht auf die Ärmsten und Armen in der Stadtgesellschaft abschieben – etwas Hitze und auch Überschwemmung und all das angeht!
00:51:50: Dass wir irgendwie diesen ausufernden Mietmarkt in den Griff bekommen.
00:51:54: Ich glaube, dass ist eines der zentralen Probleme in unserer Gesellschaft, dass vor allen Dingen urban Ballungsräumen Mieten, Wohnungen wohnen.
00:52:03: Es wurde ja das basale Lebensrecht so teuer geworden ist und ich glaube dass es etwas wo wir uns gesellschaftlich zusammen hocken müssen und sagen wer bezahlt das?
00:52:14: Wir können nicht mehr das ignorieren und das ist glaube ich etwas zentrales.
00:52:18: also wenn ich mir was wünschen würde für Hamburg dann eine Stadt in dem Menschen gut und eben auch zu Rollitionen leben können die sie sich selber leisten können.
00:52:30: Und das ist, glaube ich, entscheidend auch für Zusammenhalt von Gesellschaft.
00:52:34: Da können wir so viel von Gastronomie und Landgastronomie reden wie wir wollen.
00:52:37: wenn sich Menschen das nicht mehr leisten können zu wohnen dann.
00:52:41: Das ist ja an vielen Stadtteilen der Fall.
00:52:44: Dann werden wir viel von diesem Zusammenhalt verlieren und dafür muss Demokratie auch da sein.
00:52:51: dass wird es besser miteinander aushandeln.
00:52:52: Und das glaube ich die Möglichkeit bin jetzt auch viele in Berlin haben wir in Hamburg wirklich eine tolle Stadtgesellschaft mit all den Verbesserungen, die wir haben.
00:53:06: Aber wenn wir es in Hamburg schaffen könnten, wird tatsächlich auch finde ich ein Stück weit ein Leitbild sein für andere Städte in unserem Land und Europa.
00:53:13: Deswegen finde ich das eben auch sehr viel Positives.
00:53:18: Und natürlich kann man auch David sagen Ich find' das nicht gut, dass nicht gut okay!
00:53:21: Aber guck mal an andere Städe auf der Welt Am einem der schönsten Städte Deutschlands, wenn nicht in der Schönsten.
00:53:29: Wahrscheinlich in der schönste.
00:53:32: Uns geht es dann so gut.
00:53:33: jetzt müssen wir nur gucken dass wir diesen wahnsinnigen Reichtum auch besser verteilen und dann können wir ja glaube ich sehr sehr gut das verteidigen was wir Demokratien nennen.
00:53:43: Würde ich mitgehen.
00:53:44: vielen Dank für diesem Wunsch und für dieses Gespräch Lars Jessen.
00:53:46: Sehr
00:53:46: gerne!
00:53:55: Vielleicht begegnet ihr ihn ja auf dem Filmfest Hamburg.
00:53:58: Das läuft vom twenty- vierten September bis zum dritten Oktober und am dritten oktober ist wieder der Tag des freien Eintritts, vielleicht könnt ihr noch das ein oder andere Ticket ergattern!
00:54:09: Ich sende Grüße und Liebe an unseren Sounds & Pots Post-Producer Stefan Enrichkeit, an Laura Matamorosch für das Cover Artwork.
00:54:17: Und natürlich an Lars Jessen, dass er sich die Zeit für dieses Gespräch genommen hat!
00:54:22: Wenn du mehr Menschen wie Lars Jensen kennenlernen möchtest, stübbere doch mal durch das Magazin der Hamburger – da findest Du erstklassige Fotos große Geschichten.
00:54:31: Viermal im Jahr ist das die Extrapackung.
00:54:33: Liebe für die Stadt und vor allem für die Menschen, die sie
00:54:37: bewohnen.".
00:54:38: Und noch eine Bitte, denn das ist ungemein wichtig.
00:54:41: Wenn dir diese Folge gefallen hat, empfehle sie unbedingt weiter!
00:54:45: An Freundinnen und Freunde Familie.
00:54:47: Abonniere dem Podcast, teile ihn bitte gerne.
00:54:50: hinterlass uns gerne eine Bestbewertung, denn es hilft uns sichtbarer zu werden auf den gängigen Plattformen – dann wären auch unsere tollen Gäste sichtbärer.
00:55:00: Wir brauchen Dich!
00:55:01: Schreib uns gerne Deine Fragen und Themenideen oder Deine Anmerkung.
00:55:05: Mailadresse hello at soundsandpots.studio.
00:55:09: wir freuen uns wirklich, von Dir zu lesen.
00:55:12: Du findest all das auch in den Show notes.
00:55:15: Und jetzt bleibt gesund und stark – wir hören uns!
00:55:27: Dies ist eine Produktion von Sounds and Pots
00:55:31: Hamburg
00:55:31: Studio für kreative Audioformate.
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