Kirstine Fratz: Deutschlands erste Zeitgeistforscherin

Shownotes

Themen dieser Folge

  • Von der Margarine zum Zeitgeist: „Immer wenn uns das Leben passiert, entsteht Zeitgeist“
  • Die dänische Mutter: Autoritäten in Frage stellen, Ministerpräsidentin Mette ohne Nachnamen und ein Weihnachtsbaum in Eppendorf, der bis heute rot-weiß ist
  • Verhaltenskritik oder Verhältniskritik: was Hamburg als Stadtgesellschaft zusammenhält
  • Alte Träume, neue Technik: KI-Agenten ohne Burnout, Liebe zu einer KI und die Serie „Pluribus“
  • „Denkgefängnisse“ (Goldegg Verlag): Liebe, Ehe, Sex, der perfekte Partner, Macht und Glaube, dazu ein Älterwerden, das ganz anders kam als angedroht
  • Wer sich dem Nutzen entzieht: Pfauenzucht als Lebensziel

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Der HAMBURGER

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Impressum Host & Konzept: Regine Marxen Redaktion: Regine Marxen, Der Hamburger Sounddesign: Stefan Endrigkeit / Sounds and Pods Hamburg Cover Art Direction: Laura Matamoros

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00:00:00: Immer wenn uns das Leben passiert, entsteht Zeitgeist.

00:00:03: Also tatsächlich war es so dass es mich ein bisschen geärgert hat wie Leute mit dem Zeitgeiss Begriff umgegangen sind und dass sie dann immer irgendwo sitzen und mit ihren Grundannahmen wie also beliebt sind Jäger und Sammler und es muss einen Anführer geben und was auch immer.

00:00:20: das war aber ja nach wie vor.

00:00:21: durch die Gesellschaft ist kulturwissenschaftlich übrigens alles längst überforscht und das hat mich einfach geärgart Gesellschaftlich oft in dem Diskurs so feststecken, dass Leute denken sie wissen wie es sein müsste.

00:00:36: Und dann habe ich mir gedacht da muss man mal irgendwie ein Gegengewicht setzen.

00:00:39: Moin moin Hamburg!

00:00:49: Wie das aussieht dieses Gegengewicht?

00:00:51: Das hört ihr in diesem Podcast.

00:00:54: Zeitgeistforscherin Kirstine Fratz erzählt, was der Zeitgeister alles drauf hat.

00:00:58: Warum er so oft missbraucht wird um uns Dinge unterzumogeln?

00:01:02: Was Denkgefängnisse sind und wie wir da wieder rausfinden?

00:01:06: Und sie erzählt von ihrem Hamburg!

00:01:08: Wie sie sich hier ihren eigenen Job erdacht hat weil sie keine Lust mehr hatte Trends zu erforschen um die nächste Magarine trendiger zu verkaufen.

00:01:18: Da ist doch mehr hat sie sich gedacht.

00:01:20: das geht doch alles tiefer.

00:01:23: Willkommen bei der Hamburger Inside.

00:01:25: Ich bin Regina Marksen und das ist der Podcast vom Magazin Der Hamburger, dem Magazin dass dieser Stadt

00:01:31: und

00:01:32: ihren Menschen eine Bühne gibt – Christine Fratz zum Beispiel!

00:01:36: Sie war schon Gast in unserem Magazin in der Ausgabe zwei, zwanzig sechsundzwanzig.

00:01:41: In Hamburg ist sie geboren ihre Mutter stammt aus Dänemark ihr Vater aus Bayern.

00:01:45: Der Weihnachtsbaum ist rot weiß.

00:01:47: und das nicht alles was sie von ihrer Mutter gelernt hat.

00:01:51: Wird gut, wird spannend, wird auch lustig.

00:01:53: Bleibt dran!

00:02:10: Denkgefängnisse, das Leben ist anders als wir denken.

00:02:14: Man liest was Bekanntes und eigentlich steht da etwas anderes.

00:02:18: Das stimmt!

00:02:18: Es ist wahrscheinlich eher noch ein Gewohnheitsgefängnis als ein Denk gefängnis weil man kriegt die Leute sehr schnell daraus.

00:02:27: Aber ja, es wird schnell überlesen.

00:02:30: Oder die Leute denken, das ist ein Tippfehler oder ein Schreibfehler und ich mach dann immer so den Slapstick und sage Ja, ist nicht meine Schuld aber ich heiß tatsächlich Kirstine!

00:02:39: Aber es kommt häufig vor dass du die Kristine bist?

00:02:41: Nein einige stolpern gleich.

00:02:43: Das sind die guten Zuhörer.

00:02:44: Die kann man somit auch schnell identifizieren.

00:02:46: Wer einfach Christine sagt Na gut der hat dann einfach... Und dann gibt's solche wie heißt Du und da weiß ich A zu Hörer.

00:02:53: Und dann sage ich halt, ich heiß Kerstine und tatsächlich ist dahinter gar nicht so eine wilde Geschichte.

00:02:58: Dass meine Eltern irgendwelche wilden Liebesromale gelesen haben und gedacht haben, so nennen wir jetzt unsere Tochter.

00:03:04: Sondern meine Mutter war tatsächlich Dänen und in Dänemark ist das ein ganz, ganz alter Name.

00:03:10: Ich sag immer so, dass es das dänische Wald

00:03:12: traut.".

00:03:13: So heißt auch in Dänemark niemand mehr, aber man kennt den Namen noch irgendwo.

00:03:17: Und tatsächlich ist meine ganze weibliche Ahnenreihe in Dänemark die hatten alle irgendwo Kistine im Namen und meiner Mutter wollte nur nach Tradition folgen und konnte sich nicht vorstellen was für ein Angang das ist dann so zu heißen!

00:03:32: Hast du ja das nochmal mitgeteilt, was sie dir damit angetan hat oder kannst du dazwischen ganz gut damit leben?

00:03:37: Ich bin

00:03:37: ehrlich gesagt stolz den Namen meiner dänischen weiblichen Ahnreihe zu tragen.

00:03:41: Also ich trage das mit erhobenen Haupt und denke mir wir kommen da schon durch.

00:03:47: Sehr gut!

00:03:48: Das freut mich.

00:03:50: Zeitgeistforscherin Das finde ich total, was gerade ihm gesagt.

00:03:55: Okay der Name ist jetzt irgendwie kein Denkgefängnis.

00:03:57: da kriegt man die Leute leicht raus.

00:03:59: Denk gefängnis Zeitgeist.

00:04:01: das müssen wir irgendwie zusammenbringen und Ich würde sagen wir fangen damit an was dann überhaupt ein zeitgeist ist.

00:04:08: Und wie zum Teufel wird man zeitgeisforscherin?

00:04:10: Das sind zwei fragen in einer.

00:04:11: das macht man nicht.

00:04:12: deshalb beginnen wir mit der ersten Was ist ein zeit

00:04:14: geist?

00:04:14: also sagen wir mal populär gesehen ist alles und nichts nur zeitgeists.

00:04:18: ist.

00:04:18: dass irgendwelche Leute in Berlin alle jetzt Vollbad schon länger tragen und tätowiert sind, ist ein Zeitgeist.

00:04:25: Für manche Leute ist Zeitgeiz das autokratische politische Systeme wieder Konjunktur haben.

00:04:31: Für Manche ist Zeit geist dass man die Haare nur noch halb lang trägt.

00:04:36: also es ist ganz ganz unterschiedlich wie Leute Zeit Geist einsetzen.

00:04:39: aber auf jeden Fall versuchen sie Damit ein Gegenwärtsphänomen zu fassen und denken, dass sie da einen Muster erkannt haben.

00:04:46: Und dann wird der Zeitgeist drüber geschrieben Und so wird Zeitgeist in der Regel auch verwendet.

00:04:52: Für sehr traditionelle Menschen ist Zeitgeister ja, der irgendwie moral und werte kaputt macht.

00:04:57: für sehr progressive Menschen ist zeitgeist eine Befreiungsstruktur und das dann irgendwie marginalisierte Bevölkerungsgruppen endlich Gehör bekommen.

00:05:07: also eigentlich macht jeder mit dem Zeitgeists ein bisschen was er will so laut Pipi Langstrumpf ein bisschen.

00:05:12: ich mach mir meinen Zeitgeiste mir gefällt Und damit kommt man auch ganz gut durch, aber damit kann man zeitgeist nicht erforschen.

00:05:20: Das hast du dir gedacht.

00:05:21: und dann dachtest du dir?

00:05:22: Du kommst aus einem Trendbüro, Kulturwissenschaftlerin hast in deinem Trendb Büro gearbeitet und Anfang der zweitausend hast du gesagt, nee das können wir so nicht stehen lassen!

00:05:31: Ja tatsächlich bin ich ja also Kulturwissenschaftlerin, ich bin richtig klassisch Ethnologinnen und Anthropologen und das Hauptziel meines Studiums war dass ich das Fremde erforsche kann.

00:05:44: Und jetzt ist es ja nicht mehr so, dass man irgendwie noch auf Papa und Neugier hierherum springt.

00:05:49: Die großen Zeiten der Inologen sind vorbei.

00:05:52: Da hab ich gedacht naja das neue verhält sich ja genauso wie das Fremde und im Prinzip muss man dem neuen genauso begegnen wie den Fremden nämlich mit möglichst großer Offenheit wenig von dem eigenen Gepäck darein projizieren und neugierig sein wie es sich verhält und was es will und wo's hinwill.

00:06:10: Und dann habe ich gedacht, vielleicht ist die Trennforschung was für mich.

00:06:12: Dann war ich viele Jahre in der Trennenforschungen und muss gestehen dass da der Job oft daraus bestand für bestehende Produkte neue Verkaufsversprechen zu recherchieren.

00:06:23: Das ist eine Zeit lang spannend.

00:06:25: also ich hab glaube ich für fast alle Fast-Moving-Consumer-Guts von Eis, Creme, Zahnpasta, Parfum, Margarine... Also wirklich UNAMED habe ich etwas Neues recherchiert das man so einen neuen Hook in der Kommunikation hat.

00:06:41: Und wenn man das eine Zeit lang macht, aber eigentlich in der Tiefe seines Herzensforschern ist, dann denkt man sich irgendwann, hm, eigentlich möchte ich mehr mit Wandeln machen als Verkaufsversprechen recherchieren.

00:06:52: und dann habe ich mir überlegt was denn so größer ist als Trends?

00:06:55: Dann kam mich auf das Thema Zeitgeist und dann hab' ich überlegt hat er den schon eine eigene Forschung?

00:07:00: und dann Und da gab es dann irgendwo immer mal kluge Personen in den letzten hundertfünfzig Jahren, die sich überlegt haben.

00:07:08: Wo kommt denn Zeitgeist her?

00:07:09: Was ist das Phänomen?

00:07:10: Warum verändert er alles?

00:07:13: Aber oft war bei den betreffenden Autoren immer so eine stimmige Idee hatten wie Gesellschaft eigentlich sein müsste Und damit war der Zeitgeist eigentlich immer so ein bisschen der Störenfried, der davon abgewichen ist wie es eigentlich richtig wäre.

00:07:31: Ich habe noch einen deutschen Philosophen gefunden das ist der Wilhelm Disley.

00:07:35: Der hat noch zur Kaiserszeiten geforscht und gearbeitet und er hatte wirklich die, wie ich finde, differenzierteste und progressivste Idee von Zeitgeists.

00:07:45: Er hat den wunderschönen Satz geprägt immer wenn uns das Leben passiert, entsteht Zeitgeist.

00:07:51: Und damit hat da im Prinzip diese Schnittstelle gebaut dass wir können tolle kulturelle Systeme haben die funktionieren.

00:08:00: wir gehen alle zum bestimmten zeit zur arbeit wir zahlen in die rennte ein alles fein aber solche systemen kommen irgendwann mal nicht mehr oder wir kommen mit unserer Lebenswirklichkeit nicht mehr klar.

00:08:14: Das heißt, wir haben brüchige Lebensläufe und schaffen gar nicht so viel in die Rente einzuzahlen weil das private Leben also was man als privat deklariert worden ist hat sich so verdichtet und wir werden älter und wir müssen Leute pflegen und wir haben Burnouts zwischendurch usw.

00:08:31: Also diese Ein kulturelles System versucht dann natürlich, dass ihre Abläufe bei den Leuten linear sind.

00:08:38: Damit das alles schön passt und funktioniert und stabil bleibt!

00:08:41: Aber Menschen funktionieren nicht linear.

00:08:43: Wir entwickeln uns weiter, wir merken irgendwann ja aber vielleicht ist die Ehe doch nichts für uns und dann wollen wir irgendwie in wilder Ehe sein?

00:08:50: Wir wollen da nicht so viele Kinder haben weniger!

00:08:52: Wir wollen was von der Welt sehen, wir kümmern unsere mentale Gesundheit und auf einmal passt diese ganze Verschiebung nicht mehr zu den Arbeitnehmerstrukturen.

00:09:02: Und diese Bruchstellen wenn wir merkt das unser Leben Unsere Schnittstelle mit dem System, wie es uns haben will und wie es aber eigentlich für uns tatsächlich funktionieren könnte.

00:09:14: Wenn das miteinander hakt an der Stelle entsteht Zeitgeist.

00:09:20: Gut jetzt hast du uns definiert was ist Zeitgeiste?

00:09:22: Zeitgeists ist etwas anderes als Trends.

00:09:24: Das hast du vorher gemacht.

00:09:26: Das war dann irgendwie für dich geübt trainiert.

00:09:29: Beobot keine Verraschung mehr!

00:09:30: Du hast ja ein eigenes Feld gesucht weil im Grunde muss man sagen hast du deinen eigenen Beruf erfunden.

00:09:35: Das stimmt.

00:09:37: Ich bin eines morgens aufgewacht, sondern habe mir gedacht ich möchte der Kulturtheorie was Neues hinzufügen.

00:09:42: genau

00:09:44: Okay, wie startet man denn so was?

00:09:45: Ich meine, man steht morgens auf und sagt okay ich werde jetzt Zeitgeistforscherin.

00:09:50: Das ist ja sehr erklärungsbedürftig.

00:09:51: erstmal und dann muss man natürlich auch da ein...so schön das alles ist einen monetären System drauf bauen weil du willst ja sicherlich auch nicht nur schöne Dinge tun sondern auch davon leben total banal aber

00:10:02: wichtig ist es nicht gar nicht unwichtig.

00:10:05: also tatsächlich war es so dass es mich bisschen geärgert hat, wie Leute mit dem Zeitgeistbegriff umgegangen sind und dass sie dann immer irgendwo sitzen.

00:10:13: Und mit ihren Grundannahmen wie also beliebt sind Jäger und Sammler und es muss einen Anführer geben und was auch immer.

00:10:21: das war aber danach wie vor.

00:10:22: durch die Gesellschaft ist kulturwissenschaftlich übrigens alles längst überforscht.

00:10:28: Das hat mich einfach geärgart.

00:10:31: gesellschaftlich oft in dem Diskurs so feststecken, dass Leute denken sie wissen wie es sein müsste.

00:10:38: Wie es sein sollte oder das es irgendwann mal besser war und den meisten haben nicht die Vorstellung davon, dass wenn es tatsächlich so bleiben würde für immer ein welcher Horrorszenario wir alle leben würden.

00:10:51: Also allein schon wenn man den Männern zumuten müsste sie müssten ständig jagen und die Frauen müssen ständig Kuchen backen da schaffen die keine dreitausend Jahre.

00:10:59: also das muss man sich einfach mal vorgegenwärtigen, dass die Idee wie es sein müsste, dass dann als Menschen in Stereotypen gefangen wären, die würden wir auf Dauer gar nicht aushalten.

00:11:13: Und da wollte ich einfach mal einen Kontrapunkt setzen.

00:11:15: Dann habe ich gemerkt, dass es die Leute interessiert, weil sie sich auch gerade so viel verschiebt.

00:11:21: Viele alte Gewissheiten brockeln ... Die neue Infrastruktur ist noch nicht da!

00:11:26: Die Leute versuchen irgendwie privat Klans zu bauen und mehr Ressourcen für die Familie zu haben.

00:11:33: Sie überlegen, ob ne vier Tage Woche nicht der Weg wäre?

00:11:38: Wir sehen das ganz, ganz viel was wir als gesellschaftlich gegeben angesehen haben, infrage gestellt werden.

00:11:45: Und habe ich gedacht ja mit der Zeitgeistforschung kann man da so ein bisschen durchhelfen weil dann versteht man dass man an Schnittstellen gekommen ist das sich unsere Lebenswirklichkeit verändert haben und dass wir uns verändern müssen und es nicht schlimm ist dass wir noch nicht genau wissen wie.

00:12:00: aber wir müssen uns auf dem Weg machen weil so wie's war wird es nicht funktionieren.

00:12:05: Es gibt in der Kulturwissenschaften auch so einen schönen Begriff dafür, wenn Menschen denken man muss es nur wieder ein bisschen da hinführen wie's mal war.

00:12:13: Dann klappt das schon!

00:12:15: Das nennt man Skifeilung und ich finde diesen Begriff sehr schön weil dann versucht man das Bewusstsein den neuen Geist die Idee dass die Leute schon entwickelt haben wie es besser geht versucht man wieder einzudampfen und dann in irgendwas reinzubringen und das würde natürlich fürchterlich nach hinten losgehen.

00:12:33: Und diesen Diskurs von – ich will gar keine Namen nennen, aber den wir auch politisch im Moment haben.

00:12:41: Dem kann man mit Zeitgeistforschung wirklich entgegensetzen und sagen hier guck mal genau hin so funktioniert Kulturnicht?

00:12:48: So funktionieren auch Menschen nicht!

00:12:50: Das war mir wichtig.

00:12:52: Das heißt du wirst vielleicht als Beraterin gebucht oder als Keynotespeakerin?

00:12:56: Wo kann man dich erleben?

00:12:57: wie arbeitest du?

00:12:58: Also ich schreibe Bücher.

00:13:00: Das ist schon mal ein guter Antwort!

00:13:02: Ich mache sehr viele Keynotes tatsächlich und mache auch Beratung, habe jetzt auch so tolle Aufträge bekommen aufsichtsrat oder einen Beirat also überall wo diese Perspektive wirklich hilfreich ist und wo man irgendwie aus Denkgefängnissen rauskommen kann.

00:13:22: da hat man mich gerade gerne und das freut mich sehr.

00:13:25: Es gibt sicherlich viele Denkgefängnis und es gibt viele Lebensrealitäten.

00:13:28: Deine ist zum Teil hier in Hamburg verhaftet, du hast schon gesagt dein Vater Bayer deine Mutter Dänen.

00:13:36: Du bist dabei in Hamburg geboren richtig?

00:13:38: Die

00:13:38: erste ja.

00:13:39: Schauen wir mal ein bisschen auf dich und deine Lebensrealität.

00:13:44: Würdest du Hamburg deine Heimat nennen oder bist du hier nur geboren?

00:13:47: Ich

00:13:47: absolut meine Heimat!

00:13:49: Warum?

00:13:51: Weil ich immer so ein wunderbares Gefühl kriege, wenn ich die Kräne am Hafen sehe.

00:13:56: Das ist mein Zuhause ja!

00:13:58: Wo lebst du hier in Hamburg?

00:13:59: In Eppendorf.

00:14:01: Bist du dahin gerutscht oder hast du aktiv Eppndorf gesucht?

00:14:04: Ich bin tatsächlich aufgewachsen am Stadtrand in Rellingen, Pinnenberg also Kreis Pinnenburg-Egenbüttel.

00:14:13: Der Garten von uns grenzte an das große Baumsschulgebiet an, was da ist.

00:14:18: Da habe ich meine zwei Kaninchen immer wieder einfangen müssen.

00:14:20: Ich bin so ein oberner Gürtelkind würde man vielleicht sagen.

00:14:26: Da bin ich groß geworden und zu Schule gegangen Und später bin ich dann in die Innenstadt gezogen und dann wollte ich auch statt.

00:14:33: Dann wollte ich Kaffee über die Straße, Supermarkt ohne Auto usw.

00:14:38: Der Zeitgeist auf dem Lande – das ist ja fast schon dörflich, wie du es beschreibst!

00:14:42: Wir wissen je weiter man rausgeht aus Hamburg.

00:14:44: Manche Leute, die drinne wohnen sagen, dass ist eigentlich nicht mehr Hamburg, wie ich es verstehe.

00:14:48: Ist mit Sicherheit ein anderer als der in Eppendorf?

00:14:53: Gibt es Ausformung regionaler Natur?

00:14:56: Es ist natürlich lange her, dass ich ein Kind war.

00:14:58: Aber durch die dänische Mutter bin ich auch in der Vorstadt mit dem anderen Zeitgeist groß geworden, nämlich mit dem Skandinavischen und das war im Gegensatz zu den Deutschen zurzeit schon eine große Dissotationserfahrung.

00:15:18: Meine Mutter war wirklich anders Und somit kam ich in diese Prägung gar nicht so richtig rein, weil meine Mutter war ein starkes Gegengewicht.

00:15:28: Grundsätzlich ist der Zeitgeist überall anders, verschiedene Kulturen, verschiedene Regionen natürlich an einem anderen Punkt hin mit der Schnittstelle und dem System und der Lebenserfahrung.

00:15:43: Also man muss immer wieder neu gucken aber mit dieser Fragestellungen hat man halt die Möglichkeit immer wieder neuzukucken.

00:15:48: also man könnte mich jetzt irgendwo in nem chinesischen Dorf absetzen und ich könnte mit diesen Tools versuchen zu ergründen worum es hier geht und wie es den Leuten tatsächlich geht und wonach sie sich sehen.

00:16:01: Dafür muss ja eine Neugier auf Mensch da sein, hat deine Mutter die mitgegeben?

00:16:04: Kommt ihr von der Befahrta oder woher kommt

00:16:05: sie?".

00:16:06: Also meine Eltern sind beide sehr neugierig, aber meine Mutter hat mir vor allen Dingen beigebracht, Autoritäten in Frage zu stellen.

00:16:13: Das ist was sehr Dänisches.

00:16:15: Die Dänen haben es nicht so mit Autorität.

00:16:17: Die sprechen ja auch jeden mit der Du-Form an und dem Vornamen also selbst die Ministerpräsidentin ist nur Metta.

00:16:25: Da gibt's keinen Nachnamen.

00:16:26: Sie sind sehr low in dieser Autoritätsgeschichte Und meine Mutter habe mir beigebracht immer den Menschen anzugucken weil sie meinte Autorität hängt sehr oft mit Interessen zusammen.

00:16:39: und pass auf, dass du da nicht unter die Räder kommst.

00:16:42: Es gibt doch diese Geschichte dieses dänischen Wollschweins das eine Zeit lang in Schleswig-Holstein die dänische Flagge nicht gezeigt oder die dähnischen Farben nicht getragen werden auf das ewig her.

00:16:51: ich bin geografisch nicht fest aber dann haben die Dän extra ein Schwein gezüchtet das irgendwie rot weißlich ist Zwar als Akt der Resilienz und der Demonstration.

00:17:06: Das finde ich eine sehr schöne Geschichte rund um dieses Hausschwein, das zeigt so ein bisschen die dänischen Seele... Die

00:17:11: stimmt!

00:17:11: Das Hausschwain kenne ich gar nicht aber wenn du sagst Rot-Weiß dann ist das außer Frage.

00:17:17: Aber bei den Dänen auch immer wirklich.

00:17:19: Also was heißt es?

00:17:20: Ich finde wirklich, die haben so einen tollen Marketing-Turnaround gemacht.

00:17:24: Die haben vor tausend Jahren ganz Europa in Schutt und Asche gelegt – alle hatten vor den Angst!

00:17:29: Die haben untereinander in Skandinavien wilde Kriege geführt und jetzt ist das für uns so ein Synonym für Legoland und Hotdog.

00:17:37: Das ist schon ganz enorm!

00:17:39: Kein Mensch hätte mehr Angst vor denen.

00:17:42: Das stimmt.

00:17:44: Obwohl die Internationalen gerne überall mitspielen, muss man mal so

00:17:47: sagen!

00:17:48: Ja gut jetzt mit Grönland kommen sie natürlich sehr in den Vordergrund weil das ja dänisches Hoheitsgebiet ist.

00:17:55: Aber die meisten kann sich mal die Geschichte angucken wie die Dänen dazu gekommen sind.

00:18:00: Das war jetzt auch kein friedlicher.

00:18:02: Nein, das ist nicht alles Süßes Kleines.

00:18:09: Was ist denn noch mehr dänisch in dir?

00:18:11: Wo wir gerade darüber sprechen außer die Anzweiflung von Autoritäten?

00:18:15: was noch Dänisch ist in mir?

00:18:18: Ja also dadurch dass meine Mutter halt diejenige war die zu Hause war bei uns die dänische Kultur schon sehr dominant.

00:18:26: und dieses rot-weiß Wir haben halt dänische Fahnen an den Weihnachtsbaum gehängt.

00:18:30: Der dänischen Weihnachtsnachtisch ist auch rot-weiß und Ostern war rot weiß, also es wurde bei jeder Gelegenheit mit der Pfanne gewunken und gerasselt.

00:18:42: Wenn Dänemark im Fußball Turnier gespielt hat dann hatten wir gefälligst für Dänemark zu sein.

00:18:48: Also meine Mutter war da schon sehr patriotisch.

00:18:51: Aber weil's eben so niedlich ist gibt es ja jetzt keine.

00:18:57: Man muss sich ja mit denen mal jetzt nicht so auseinandersetzen, weil man sagt die haben irgendwie schlimme Dinge getan oder sowas.

00:19:04: Dieser Patriotismus darf ja so stehen bleiben, weil der ja vor der Gründung erstmal niemandem im Weg tut und den Weg getan hat.

00:19:12: Ist in Eppendorf heute immer noch der Weihnachtsbaum rot-weiß?

00:19:15: Und Ostern Rotweiß?

00:19:17: Ja, also in der Tat hab ich die Flagge.

00:19:20: Die steht auch im meinem Wohnzimmer nach wie vor.

00:19:24: ja doch... Also diese dänische Verbindung ist stark und mein Bruder hat sie auch sehr stark.

00:19:30: Das hat unsere Mutter schon sehr gesetzt.

00:19:33: Auch wenn sie wirklich die meiste Zeit ihres Lebens eigentlich in Deutschland gelebt hat, hat sie darauf bestanden denen zu sein und wir mussten das feiern!

00:19:43: Du bist Mutter einer Tochter?

00:19:45: Wie hilfst du der ins Leben, was gibst du da mit auf den Weg.

00:19:52: Oder bin ich ganz zeitgeistkonform?

00:19:55: Also das ist wirklich... Ich hab dich lieb so wie du bist!

00:19:58: Du bist wunderbar egal was und möchtest du lieber Käse, Leberwurst Salami oder Marmelade auf dein Brot?

00:20:08: also hochdemokratisch vermutlich bedürfnisorientiert.

00:20:15: Der Wert ist nicht leistungsbezogen, also ganz, ganz stark im Zeitgeist und ich frage mich dann immer so wenn sie dann irgendwann erwachsen ist dass sie dann irgendwo am Lagerfeuer sitzt mit Gleichaltrigen und auch mit so viel Liebe erzogen.

00:20:29: Oh ja Gott, furchtbar!

00:20:35: Also ich wurde auch zu Hause sehr liebevoll erzogen, wie gesagt.

00:20:41: Meine Mutter hatte da eher ein dänisches Erziehungsmodell.

00:20:43: also sie hat auch vom Geschlecht zwischen mir und meinem Bruder Null unterschieden.

00:20:48: Sie war auch Feministin.

00:20:51: Deshalb habe ich jetzt nicht so einen großen Sprung gemacht.

00:20:54: Ich liebe dich, wie du bist und wer möchtest du sein?

00:20:57: Und weg von deine Füße unter meinem Tisch!

00:21:00: Du sollst so werden, wie ich dich haben will... ...und wenn du nicht in der Schule gut bist, ui-lui-jui und so.

00:21:06: Aber ich frage mich da noch manchmal weil sobald ich meine Stimme mal erhebe mir wirklich was auf den Geist geht dann will sie immer gleich nach Dubai ziehen und sich die neue Mutter suchen.

00:21:16: Also

00:21:16: ich hab da keine Punkte, die sind sofort irgendwie passé.

00:21:20: Wenn ich einmal sag so aber so geht es jetzt nicht wie

00:21:23: was

00:21:24: das fällt.

00:21:24: ja und ich denke aber also aus der zeitgeistforschung man kann halt nie von allem extrem in die Mitte kommen.

00:21:32: das geht einfach nicht.

00:21:33: man muss erst mal ins andere pendel ausschlagen.

00:21:35: und ich glaube auch dass die generationen meiner Eltern und die davor sich durchaus vorstellen konnten eigentlich eine Kindheit gewesen wäre ohne Rohrstock, ohne Schläge in der Schule.

00:21:48: Wenn Papa nach Hause kommt, dann kannst du dein blaues Wunder erleben und so das.

00:21:52: Also die hatten schon die Vorstellung davon!

00:21:55: Und das bringen sie dann mit rein, so wie ich großgezogen bin – obwohl ich habe meine Mutter mal gefragt warum sie mich eigentlich immer im Bruder nicht geschlagen hat und da war ihre durchaus elegante Antwort, wieso?

00:22:06: Das ist doch verboten!

00:22:09: Also das kann auch was bringen... Und ich finde auch bei der Diskussion, wenn man heute sagt ja das sind jetzt alle Schneeflöckchen und die Kinder sind so verweichlicht.

00:22:19: Man muss noch überlegen wo kommen wir denn eigentlich her?

00:22:22: Die Menschen, die das in ihrer Kindheit erlebt haben, wissen aus der Psychologie nicht wirklich davon profitiert.

00:22:32: Sie haben sich angepasst, sie haben es kompensiert.

00:22:34: im schlimmsten Fall geben sie's weiter.

00:22:36: Jetzt experimentieren wir damit, wenn Diese Gewalt oder Gewaltandrohung erspart und jetzt müssen wir gucken, was da rauskommt.

00:22:47: Und eventuell und höchstwahrscheinlich müssen wieder neu justieren.

00:22:50: aber das ist kein Fall von zurück zu sondern es ist ein fall von wie weiter.

00:22:55: Entwicklung versteht deine Tochter deinen Job?

00:23:01: Ja ja ihn interessiert sich vor allem nicht sonderlich.

00:23:05: Ich mache irgendwas mit Zeitgeist also sie findet das witzig.

00:23:08: ich arbeite auch in meinen Vorträgen Gespenst, ne?

00:23:12: Ich hab auch...

00:23:13: Das umarmst du.

00:23:14: Ja ich umarm das da drunter steckt tatsächlich meine Kollegin Olesja Reiser und wir haben ein dreimal drei Meter Bettlaken geholt und dann über sie geworfen und fanden es toll!

00:23:24: Ich mag das auch.

00:23:25: also jeder draußen wenn ihr euch das anschauen mögt auf deinem Instagram Kanal verlinken wir den schono.

00:23:29: uns kann man dieses gespenst sehen des geistes das geistchen dass du mal in den Händen hältst ist du umarms das man neben dir steht das macht ganz wilde dinge das hat auch manchmal eine ganz fancy Handtasche.

00:23:43: Sie macht das ganz, ganz toll.

00:23:45: Und das hat dann natürlich auch den Wiedererkennungswert für mich erhöht weil man darf natürlich nie vergessen ist Insta und LinkedIn es sind Dauerwerbesendungen und dann behandelt man sie eben auch so

00:23:56: Es wirbt gut gelaunt.

00:23:57: Ja,

00:23:58: der ist auch gut gelernt!

00:24:00: Der Zeitgeist wirkt auf mich gerade gar nicht so gut geläunt und ich hatte Spaß mir das anzuschauen weil der Zeitgeister irgendwie ganz umtrieblich und gut geloint wird.

00:24:08: Also ich finde den Zeitgeisten nach wie vor sehr gut geluint.

00:24:11: man muss nur überlegen wie und wo man ihn operieren sehen möchte.

00:24:15: also ich finde dass da sehr viele spannende Sachen gerade dabei verschiebt auch grade in der Geschlechterfrage gerade in der Arbeitnehmerstruktur Frage.

00:24:24: Und wenn man jetzt den Zeitgeist auf die Autoritätsverschiebung hinschaut, das ist eine knifflige Forschungsfrage.

00:24:33: Aber für mich ist Zeitgeists eigentlich immer eine Bewegung, die einer Gesellschaft es neues hinzufügt.

00:24:41: und wenn man sich jetzt die politischen Themen anguckt dann sehe ich da eigentlich nichts Neues.

00:24:48: Und streng genommen nennt man in der Kulturwissenschaft dann eine alte Versuchung Eine alte Versuchung zur Macht, eine alte Versuchtung zum Beispiel.

00:24:58: Jetzt war ich auf einer Veranstaltung da war KI das große Thema also wie es die ganzen Arbeitsplätze hinwegfegt und man dann irgendwie mit einem Menschen der dreihundert KI-Agenten bauen kann, fünfhundert Leute ersetzen kann usw.

00:25:12: Und auch da könnte man sagen ja das ist Zeitgäste, neue Technologie aber Versuche immer so ein bisschen dahinter zu gucken.

00:25:21: und für mich hat das auch viel damit zu tun mit diesem alten Traum der unendlichen Produktivität.

00:25:27: Und es hat man schon mit den Menschen versucht diesen Traum, dann hat man das mit anderen Technologien.

00:25:32: also ich glaube der Traum ist ja gleiche nur die Möglichkeiten werden besser oder verändern sich.

00:25:36: auch für mich auch wenn ich sehe dass sich Leute in KI verlieben und große Liebesbeziehungen mit KI haben Dann sage ich auch, das geht doch gar nicht und es geht absolut wunderbar.

00:25:46: Weil die KI sich ja völlig darauf einstellt was man braucht wenn man ist sie ist nicht müde Die belastet einem nicht mit dem Kindheitstrauma hat keine seltsamen sexuellen Präferenzen Und da ist auch der alte Traum von der bedingungslosen Liebe.

00:26:02: Für mich gibt es eine gewisse Nähe, weil wenn man jetzt fünfhundert KI-Agenten hat die so viel machen wie tausend Arbeitnehmer dann hat man mit denen auch keine.

00:26:11: Die sind nicht krank und haben kein Burnout.

00:26:13: Da ist nicht der Hund gestorben oder ihre Tage.

00:26:17: Sie haben all diese ganzen Sachen nicht.

00:26:19: Das ist schon so eine Versuchung dass man die ganzen Befindlichkeiten los wird und einfach nur produktiv ist.

00:26:27: Und gerade diese Befindlichkeit sowohl in Beziehungen als auch in der Arbeitswelt, oft ist sich das alles näher, als man denkt... Die haben ja gerade in den letzten Jahrzehnten so viel Aufmerksamkeit gekommen.

00:26:37: Ich meine, man kann heute sein, Arbeit geht anrufen und sagen ich hab Bauchschmerzen, ich habe meine Tage!

00:26:41: Was soll der sagen?

00:26:42: Ja nehmt zwar über Profenich will dich hier sehen also Da hat sich schon viel verschoben und dann so eine Idee zu haben, wenn ich mit diesem ganzen Kram nichts mehr zu tun hätte.

00:26:54: Also das verstehe ich schon und deshalb sind für mich dann teilweise die Technologien neu und die Möglichkeiten neu aber der Traum dahinter ist eigentlich gar nicht so neu.

00:27:03: Ich habe auf deinem Instagram-Account gesehen, dass du auch die Serie Pluribus.

00:27:08: Die Hauptdarstellerin – ich hab ihr Namen leider vergessen – hat bei den Emmys gewonnen und liefern wir nach in den Schonhuts.

00:27:14: Aber tolle Serie, kleine Seeempfehlung an dieser Stelle!

00:27:18: Das spielt ja auch mit diesem Bedürfnis, das wir alle unsere Ecken und Kanten ablegen und ein kollektives Glücksgefühl

00:27:26: Und so fallen.

00:27:27: Ohne Schwierigkeiten, ohne dass jemand ausschert eine bescheuerte politische Meinung hat die uns aufregt oder überhaupt Bedürfnisse die wir nicht einordnen können.

00:27:38: Aber ich finde es ist noch mehr.

00:27:41: Es ist nochmehr und zwar ist es ja dieses jeder is für jeden verantwortlich und zuständig Man muss ja nicht mehr um Hilfe fragen.

00:27:48: Also wenn du jetzt zum Beispiel dir den Fuß verknackst an der Bushaltestelle, dann spüre ich ja den Knacks weil ich so mit dir verbunden bin.

00:27:57: und dann machen sich alle die das gespürt haben und Machen sich auf dir zu helfen.

00:28:01: und Ich könnte dir auch helfen weil ich auch den Zugang oder Den Zugriff oft das wissen dafür hätte weil ich wiederum mit Leuten verbunden Bin Die ärztliche Ausbildung Haben.

00:28:09: Ich Könnte Dich Auch Mit dem Hubschrauber Abholen Weil Ich Auf Einem Schrauber Fliege

00:28:13: Weil

00:28:13: wir Alle Dasselbe Wissen dasselbe fühlen.

00:28:17: Keine unterschiedlichen Zugänge ins Leben, die er

00:28:20: jetzt

00:28:20: gerade so zuschlagen.

00:28:21: Ja genau und ich finde dieses Gedankenexperiment ganz toll und dann hat man ja diese... also die Protagonistin ist ja auch die Antakonistin letztendlich zu dieser Idee und die denkt sich ja wo ist die Individualität?

00:28:35: Wo ist das eigene?

00:28:36: Das ist irgendwie ein einziges Gemisch von Gleichschaltung usw.. da durchzugehen, damit zu experimentieren.

00:28:45: Das ist natürlich der Versuch auch neue gesellschaftliche Ideen auszuloten und ich weiß noch nicht wie es ausgeht aber grundsätzlich finde ich das wir viel damit experimentieren was es für neue Vierformen denn geben könnte.

00:29:02: Viele sagen ja, also wir sind so einsam und der Individualismus ist schuld.

00:29:06: Dazu möchte ich auch sagen dass das mit der Einsamkeit... Das ist gar nicht lange her, dass wir überhaupt den Begriff haben und wie das benennen können, dass Wir einsamen sind.

00:29:15: Und auch viele Leute die behaupten, wenn man früher weniger einsamt weil die leute irgendwie kuschelig im Langhaus zusammengesessen haben Keiner war dabei.

00:29:24: Und grundsätzlich weiß man, dass autoritäre Gesellschaften oder Gesellschaften mit starkem Dominanzstrukturen die sind nicht kuschelig.

00:29:32: Die sind gar nicht kuschelig und da könnten die Leute auf eine ganz andere Art einsam gewesen sein.

00:29:37: also auch hier wieder bekommt es her wo will das hin?

00:29:41: Wir arbeiten ja mit Co-Work und Co-Lab und Co Parenting und Co.

00:29:46: ich weiß nicht was.

00:29:47: Da sind ja ganz viele Ansätze, Gemeinsamkeit in irgendeiner Form wieder neu aufzuladen.

00:29:53: bedürfnisgerecht lebenswirklichkeitsgerecht.

00:29:57: Und das finde ich viel, viel spannender als zu lamentieren dass man früher weniger einsam war.

00:30:01: Weil die Individualität kulturhistorisch gesehen ist keine Absage an die Gemeinschaft sondern an die Autorität.

00:30:08: und darum ist es so wichtig von so einem Phänomen dann mal wieder an die Wurzel zu gehen und sagen wo kommen wir eigentlich damit her?

00:30:14: Dann kriegt man eine Idee wo's hin will und dann ist man auch näher am Zeitgeist.

00:30:18: Also es ist so spannend, ich möchte hier den Namen noch hinfügen.

00:30:20: Weil wir haben ja dieses Gerät, das ins Internet gehen kann, nennen wir das Laptop.

00:30:26: Rhea Seahorn heißt die gute Dame als Carol

00:30:30: Sturker

00:30:32: eine der Letzten, die tatsächlich dieses Virus nicht verfallen ist.

00:30:39: Weil sie immun ist?

00:30:40: Genau!

00:30:40: Vielen Dank mir viel.

00:30:41: das Wort nicht ein und deshalb zu den Wenigen auf der Erde gehört, die nicht diesen kollektiven Wir-Gefühl verfallen sind.

00:30:48: Es ist super Serie zweite Staffel.

00:30:50: ich bin sehr gespannt wie es weitergeht aber das soll jetzt nicht unser weiteres Thema sein.

00:30:54: Aber man merkt man kann wirklich viele Verzeigte nachdenken Wenn du so auf dein Hamburg, wir sind ja jetzt der Podcast vom Hamburger.

00:31:04: Du wohnst in Eppendorf?

00:31:06: Du hast Zeitgeistforscherin aktuelle Situationen, ich sag mal politisch aus meiner Sicht wohl gemerkt.

00:31:12: Wir sind hier alle im Bubbles-Eppendorffus und ich bin jetzt in Hamburg alt und da ist ein Tick anders als die Eppendofferbubble mit vielleicht noch anderen Menschen da drin, die dann natürlich auch andere Bedürfnisse mit reinbringen in dieses System.

00:31:26: wenn du jetzt auf dieses Hamburg guckst als Zeitgeistforscherin.

00:31:31: Was müssen wir vielleicht verstehen, damit wir auch in Hamburg politisch stabil bleiben?

00:31:39: irgendwie jetzt gerade noch sind.

00:31:40: und trotzdem sehen wir, dass es Auswüchse gibt in zum Beispiel das rechte Lager oder Spaltung in der Hamburger Stadtgesellschaft.

00:31:50: Gucken wir auf Mobilitätstemen, z.B.

00:31:53: Sternbrücke.

00:31:54: Wahnsinns Diskussion um diese Sternbrücken.

00:31:56: Wo wir ja auch eine Entwicklung sehen?

00:31:59: Jetzt ist sie da!

00:32:00: Mal gucken wie's weitergeht... Was können wir lernen aus dem Gestern damit wir besser durch solche Situation kommen als Riesenfrage.

00:32:09: Ja, wow!

00:32:10: Weltformel

00:32:12: auf Hamburg bezogen.

00:32:15: Grundsätzlich hilft also als Denkunterscheidung ist der Unterschied zwischen Verhaltenskritik und Verhältniskritik Und wir sind deutlich schneller mit der Verhaltenskritik.

00:32:28: Das sieht mir auch zum Beispiel sehr schön bei unserem amtierenden Bundeskanzler, wenn er immer sagt also wir verhalten uns nicht richtig Wir sind zu oft krank die Eltern verhalten sich richtig zum Bildungsauftrag, dann sind wir auch noch faul und dann wären die Rentner zu alt.

00:32:46: Und also das ist alles unser Verhalten passt nicht zu dem kulturellen Bauplan den er für erschrebenswert empfindet wo er denkt der würde für Deutschland funktionieren.

00:32:57: und damit versucht er mit mit Reformen Sanktionen wie man auch immer das an welcher Stelle ansetzen möchte uns zu einem bestimmten Verhalten zu bringen damit wir wieder zum System passen.

00:33:11: Und damit macht man sich, wie wir gesehen haben keine Freunde.

00:33:14: Weil Menschen die sehr viel Verhaltenskritik anbringen, die argumentieren oft nur aus Meinung und denen fehlt natürlich der Erkenntnisprozess aus der Bubble raus.

00:33:26: was sind die Bedürfnisse von anderen Menschen?

00:33:28: Warum schreiben sich die Leute denn soviel krank?

00:33:31: letztendlich?

00:33:31: ich weiß es nicht genau aber eigentlich haben sie sicher gar nicht so viel krank geschrieben.

00:33:36: warum kamen Folgeneltern ihrem Bildungsauftrag nicht mehr.

00:33:40: Sondern wenn man dann jetzt Kulturwissenschaftlerin ist, dann würde ich mich halt nie hinstellen und sagen irgendwie packt ihr es nicht?

00:33:47: Und irgendwie müsste euch alle anstrengen in dem Sinne wie ich mir das vorstelle, sondern ich würde erst mal sagen was ist denn da los?

00:33:54: Warum funktioniert das nicht?

00:33:55: Warum sind die Leute krank?

00:33:57: Warum rutscht man bei PISA ab?

00:34:01: Dann würde ich mir erstmal eine Verhältniskritik angucken.

00:34:04: also Was ist der Kontext?

00:34:06: Wo fängt man an, wo hört man auf?

00:34:08: Ursache Folge.

00:34:09: Das sind natürlich alles so Sachen wenn man anfängt forschen möchte und das ist auch der Unterschied ob man jetzt meinungsorientiert ist oder erkenntnis orientiert.

00:34:21: Das kann man die Leute nicht hineinflanzen.

00:34:23: aber es hilft immer ganz kurz sich zu überlegen was mache ich hier eigentlich, mache ich eine reine Verhaltenskritik?

00:34:29: und damit komme ich überhaupt nicht weiter.

00:34:31: kein Mensch will so sein wie ich ihn haben möchte vielleicht zeitlang, aber ganz sicher nicht für immer.

00:34:37: Und wenn ich in die Verhältniskritik komme dann kriege ich eine Idee dass sich vielleicht das Leben verdichtet hat oder das Leben zu teuer ist, dann fällt das runter, dann rutscht das weg und dann kann ich versuchen neu zu orchestrieren, neu zu justieren... Ich kann nicht alles auf einmal.

00:34:55: wir können sowieso keine perfekte Gesellschaft bauen.

00:34:58: Aber dann kriege ich irgendwie mehr von den Leuten mit und kann mit ihnen in den Diskurs gehen.

00:35:03: Und sagen, ich sehe euch!

00:35:04: Ich habe mir angeguckt was da los ist.

00:35:06: Ich hab vielleicht auch nicht die Lösung.

00:35:08: Lass uns darüber reden wie wir das mit den Mitteln so hinbekommen dass wir irgendwie halbwegs klar kommen?

00:35:14: Das ist Verhältniskritik.

00:35:16: Das ist Forschung... Ein schönes Beispiel dafür ist wenn Markus Söder sagt Wenn wir alle nur eine Stunde mehr arbeiten.

00:35:25: Das is doch nicht zu viel verlangt Es kann noch mal jeder von uns eine Stunde mehr, dann läuft es wieder mit Deutschland.

00:35:31: Klassische Wahrheit ins Kritik!

00:35:33: Wenn man sich jetzt zum Beispiel Influencer anguckt die versuchen auf den Arbeitsmarkt zu kommen und sie sich dann wiederum die Frage stellen ja wieso soll ich denn so viel arbeiten?

00:35:42: Weil die Anreize sind ja nicht mehr da.

00:35:44: Ich kann von der vielen Arbeit kein Haus mehr kaufen.

00:35:47: Ich kann davon keine Rente aufbauen, ich kann keine drei Kinder großziehen und die in eine gehobene Ausbildung schicken.

00:35:54: Urlaub ist dann sowieso passé.

00:35:56: Und ob wir eine Krankenversicherung für alle kriegen weiß sich auch nicht.

00:36:00: Dann sitzt sie doch nicht da und strengen sich für ein System an was für Sie letztendlich nicht mehr aufgeht?

00:36:06: Das ist das Verhältnis!

00:36:08: Und deshalb würde ich halt da ansetzen, zu versuchen von der Verhaltenskritik in die Verhältnisarbeit zu kommen und dann zu schauen was geht.

00:36:16: Das würde ich für Hamburg machen, das würde ich meine Familie machen, mein Sportverein machen... Es ist die Verhaltenskritik, die in die Grabenkämpfe kommt.

00:36:26: Und natürlich wenn jemand sagt dass die eigenen Interessen die universellen sind aber das ist noch mal ein anderes Thema.

00:36:31: Lass uns über Denkgefängnisse sprechen.

00:36:33: hast du bei der Arbeit an diesem Buch gemerkt, dass du selber in deinem Denk gefängnis?

00:36:37: ganz viele ja also Natürlich hänge ich in sehr viel den Gefängnissen allein des weihnachten rot-weiß sein muss es schon im Denkefängnis aus dem ich nicht leicht rauskomme Aber auch nicht will.

00:36:50: Ja Also Ich hänge in vielen Denkgefängnissen und je älter ich werde, merke ich dir auch deutlicher.

00:36:58: Also ich finde zum Beispiel das Älterwärmen ist ein großes Denk gefängnis an unserer Gesellschaft.

00:37:04: Und vielleicht darf ich darauf referieren, was es gerade für Frauen bedeutet?

00:37:09: Das Denkgefängnis ist dicker und schwerer zu verlassen Und da habe ich mir auch überlegt, wie viele Interessen an diesem Denkfängnis stecken.

00:37:19: Dass man älter wird und jetzt bin ich Älter geworden und merke das nichts von diesen Drohungen und uiuiui tatsächlich zutrifft sondern sich eigentlich eine ganz andere und spannende Perspektive auf das Leben öffnet die mir überhaupt nicht prophezeit worden ist.

00:37:37: Da denke ich dann immer so zurück und denke mir wem hat es eigentlich gedient?

00:37:41: dass man da sich so verrückt macht mit.

00:37:44: Und dann ist mal auf einmal da und dann merkt man, das ist eigentlich ganz cool hier!

00:37:49: Und keiner einem irgendwie gesagt hat, dass es auch cool ist.

00:37:52: Das ist so eins der Denkgefängnis wo ich in letzter Zeit wirklich rausgekochen bin.

00:37:57: Also ich habe seit meinem... also als ich siebenundzwanzig wurde, und ich war nicht verheiratet oder nix.

00:38:04: Ich hab' auch nie geheiratete.

00:38:06: Wollte ich auch nicht mich, hat das nie interessiert.

00:38:08: Aber dann kam immer dieses Uiuiui.

00:38:11: Jetzt aber, ne?

00:38:12: Und ich immer gedacht ja was denn aber.

00:38:15: Was passiert da mit mir in so einer Ehe?

00:38:17: wenn ich dann vierzig-fünfzig bin ist dann das Uiuiui dann ein großes Oh Gott oh Gott.

00:38:21: oder was ist denn das?

00:38:23: Ich habe einfach gemerkt mit jedem runden Geburtstag wurde das Uiuuiui größer und ich wusste immer nicht so richtig was isst denn jetzt uiiuiui!

00:38:31: Und jetzt wo ich über fünfzig bin merke ich dass war überhaupt nicht mein Uiuuioi.

00:38:39: Das hatte mit mir das Uiuiui überhaupt nichts zu tun.

00:38:42: Und das uiuiu hatte gar keine Ahnung, dass das Leben in anderen Phasen total spannend ist und man in die alten Phasenen und alles was da dranhangt, gar nicht mehr zurück will!

00:38:54: Und das ist so etwas...das ist ein großes Denkgefängnis aus dem ich rausgekommen bin.

00:38:58: ja.

00:38:59: Du hast wie ich den fünften Rundengeburtstag geknackt ne?

00:39:03: Ich

00:39:03: hab den schon hinter mir.

00:39:05: Das heißt, wenn ich das sagen würde... ...ich fand Uiuiui sehr schön!

00:39:09: Das kenne ich auch.

00:39:10: Bin jetzt in einer

00:39:13: Puhui-Huchach-Fase.

00:39:16: Ist doch ganz viel Ach im Raum?

00:39:18: Ja es ist so viel Ach und ach das jetzt auch noch und interessant.

00:39:23: aber man kann sich halt nicht vorstellen dass alles was ein in der vor UiUIui Phase so interessiert hat einem jetzt überhaupt nicht mehr tangiert.

00:39:35: Deshalb ist es kein

00:39:36: Problem.".

00:39:37: Und das fand ich so überraschend, also ich bin viel überrascht und ich merke was ich auch überraschen finde... Ich muss für diesen Prozess nicht arbeiten!

00:39:45: Ich muss jetzt nicht irgendwie in die Atemschule dafür oder irgendwie Traumataufflösen oder nur noch Aferflocken selbst aufgequält essen.

00:39:56: Das passiert von ganz alleine.

00:39:58: Ich würde mal sagen, ich würde es fast mühelos betrachten.

00:40:02: Das finde ich spannend, weil man ja doch sich die ganze Zeit abrackert für irgendwas.

00:40:06: Und in diesem Fall mal nicht!

00:40:08: Dein Buch ist auch eine Einladung diese Sachen sich mal anzugucken und vielleicht genau das zu erleben was du gerade beschrieben hast von einem Uiuiui zu einem... Ach was?

00:40:23: Interessant muss er nicht gut sein aber es ist ne neue Erkenntnis.

00:40:26: Also ich hab in dem Buch jetzt Also ich beschreibe, wie Zeitgeist funktioniert.

00:40:32: Woher kommt?

00:40:34: Wie er eigentlich in die Welt gekommen ist.

00:40:36: Wie man damit umgeht, arbeitet... ...wie Interessen funktionieren in der Gesellschaft.

00:40:39: und dann habe ich mir natürlich gedacht Ich muss das an den großen Lebensthemen auch auflösen.

00:40:45: Und ich hab tatsächlich drin Die Liebe bekommt sie her wo wir sehen Dann habe ich die Ehe bekommt sie hier wo ihr sehen Dann hab' ich Sex, wo kommt der Herr wo will er hin?

00:40:57: Es ist alles nicht gegeben, alles gemacht.

00:40:59: Und ja viele haben bei Sex mich komisch angeguckt weil es ist doch ein Trieb.

00:41:04: Nein das ist strenge noch mein sekundärtrieb und ein echter Triebe das sind die.

00:41:08: wenn wir den nicht machen würden wir schlichtweg sterben.

00:41:10: dazu gehört Schlaf im Essen trinken.

00:41:12: Das sind übrigens die ganz wenigen Sachen die Kultur nicht umformen kann.

00:41:17: Es hat noch keine Kultur uns das essen trinken und schlafen abgewöhnen können.

00:41:21: aber mit Sex kann eine Kultur eigentlich auch alles machen was sie will Weil es eben kein Primärtrieb ist.

00:41:26: Wir sterben nicht, wenn wir keinen Sex haben und aussterben tun wir auch nicht weil das reicht ja, wenn die anderen Sex haben.

00:41:31: also es ist jetzt verhält sich auch ganz anders Und welche Kultur wieder raus entwickelt haben und wo jetzt die sollbruchstellen sind.

00:41:39: Dann habe ich noch perfekter Partner weil das beschäftigt die Leute auch wahnsinnig viel.

00:41:43: Es ist so schwer den heute zu finden.

00:41:46: Ja warum eigentlich?

00:41:47: Wo kommt denn unsere Idee von perfekta partner her?

00:41:50: Wo will sie hin?

00:41:51: Welche Zeitgeistattribute.

00:41:53: Ich mache mit meinen Studenten immer ganz oft die Übung, dass Sie sich eine Partneragentur bauen sollen in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft und mir sagen was Männer und Frauen für Attribute mitbringen müssen um attraktiv zu sein.

00:42:05: das ist nämlich ein extremes Zeitgeisthema.

00:42:08: also wir verfüllen ja unser gegenüber damit dass wir versprechen dass man mit uns ein gelingendes Leben hat und dafür müssen wir Attributte bringen die im zeitgeist gerade hoch im Kurs sind.

00:42:20: Und dann habe ich noch Macht, wie sich Macht zu Menschen verhält.

00:42:26: und der Glaube.

00:42:27: Und da möchte ich vorweg sagen, wenn Leute denken jetzt ist sie auch noch spirituell?

00:42:31: Nein wirklich!

00:42:32: Ich würde mich nie wagen auf das spirituelle Terrain fortzubewegen sondern in dem Kapitel um Religion geht es um das politische System Religion mit dem Denkgefängnis.

00:42:43: Wenn man dieses Buch liest... Wie soll man daraus gehen?

00:42:46: was wünschst du dir?

00:42:47: Entspannt unberäugt

00:42:50: dass alles nur ein Konstrukt

00:42:51: ist.

00:42:51: Es ist alles nur einen Konstrukt, es ist alles noch eine Momentaufnahme und wenn man von der menschlichen Natur überhaupt sprechen kann dann ist es unsere wirklich unendliche Vorstellungskraft!

00:43:04: Das wird schon vielleicht nicht gleich aber dann danach.

00:43:08: Dinge

00:43:08: brauchen Zeit?

00:43:09: Du hast gerade gesagt deine Studentinnen wo bist du als Dozentin unterwegs?

00:43:13: das haben wir noch nicht erwähnt.

00:43:14: nicht dass die Menschen da jetzt dran hängen sagen ja was war das?

00:43:18: Also, ich hatte mehrere Dozenten stellen.

00:43:20: Im Moment habe ich in Anführungs- solch nur eine Gastdozentur am Westminster College in London aber im Moment leider nicht – also wer das hört sehr gerne!

00:43:31: Aber ich hab lange an der Design Factory unterrichtet und an einer Brand Academy oder noch zwei anderen genau.

00:43:40: Und dass ich hauptsächlich Kommunikationsdesigner ausgebildete in Zeitgeistforschung

00:43:46: Wie wichtig ist es, unterwegs zu sein?

00:43:48: Hamburg ist schön.

00:43:48: Aber wie wichtig ist das als Zeitgeistforschung?

00:43:51: Ja eigentlich sehr!

00:43:52: Man hat natürlich heute das Internet und die Blocks... Ich sage ja auch, dass Streaming-Zeitgeist-Forschung ist.

00:44:00: Das sehen wir hier in der Serie.

00:44:01: Da kann man sich viele Gedanken machen, warum jetzt, warum so.

00:44:05: Aber tatsächlich sind die Schnappschüsse, was man aufschnappt ... wie Leute in der sozialen Aktion sind, in der socialen Interaktion.

00:44:15: Es sind Gespräche die ich im ICE mitbekommen ist und es sind auf Konferenzen die Gespräche tatsächlich an der Kaffeemaschine.

00:44:23: Das sind die Fragen die mir hinterhergestellt werden.

00:44:25: Ich denke ja interessant!

00:44:27: Ja doch also weil Zeitgeist findet eben nicht auf der polierten Oberfläche von Kultur statt sondern im dazwischen.

00:44:34: Ich sag immer Zeitgeists ist so der Partykeller der siebziger Jahre weiß nicht wer den noch kennt.

00:44:41: Wir hatten welche in der Nachbarschaft.

00:44:43: Extrem spannend, alle haben sich da drin ganz anders verhalten als sonst.

00:44:49: und dieses dazwischen von der Gesellschaft also nicht poliert so soll es sein auch noch nicht so wollen wir's haben sondern was da so geht wo die Leute anfangen ihre Lebenswirklichkeiten umzubauen wo sie anfangen ihr Leben wie es sein sollte zum Beispiel zu kompensieren mit Drogen mit viel Kaffee.

00:45:10: Ich denke, die Leute denken immer, Drogen ist irgendwas Illegales.

00:45:13: Meistens werden Drogen legal wenn eine Steuer drauf kommt.

00:45:16: das ist sehr üblich.

00:45:18: und Kaffee... ich meine du hast mir jetzt einen Kaffey angeboten.

00:45:22: dir wird zu jeder Gelegenheit ein Kaffe angeboten?

00:45:25: Du hast nicht zu mir gesagt du wir haben da drüben Feldbetten.

00:45:27: du kannst dich gerne noch fünf Minuten hinlegen.

00:45:29: würdest du nicht machen?

00:45:30: Passt nicht!

00:45:32: Passt nichts an das was wir glauben an unseren an unser Leistungsbegriff Und ich sage auch an meinen Vorträgen, wo wird die längste Schlange sein?

00:45:40: An der Kaffeemaschine.

00:45:41: Ich meine das ist eine psychoaktive Substanz.

00:45:43: Kaffee isst – eine Droge war lange verboten für das gemeine Volk und kam tatsächlich erst auf unseren Frühstückstisch erstmal uns pünktlich in der Fabrik bei der Stechur haben musste.

00:45:54: Da durften wir dann Kaffe trinken.

00:45:56: also es ist hochgradig Interessenbasiert dass wir diese Droge im Überfluss zu jeder Zeit und zu jeder Gelegenheit angeboten bekommen.

00:46:04: Das kriegen Also Alkohol hatte mal den Stellenwert, hat es jetzt nicht mehr und Kaffee hat das übernommen weil wir eigentlich überhaupt nicht mehr schlappen machen dürfen.

00:46:14: Ja, das ist interessant!

00:46:15: Du hast mir im Vorfeld gesagt nenn mir deine Droge dann sehe ich deine Säubuchsstelle.

00:46:19: bei mir wäre's glaube ich wirklich Kaffees, weil ich kann auch vieles verzichten aber kaffe fällt mir schwer.

00:46:23: Ja warum?

00:46:24: Was würde denn dann passieren?

00:46:25: Ich hatte ja die am Vorfeld erzählt.

00:46:27: meine Technologieprofessor hat immer gesagt wenn du dich irgendwo nicht auskenst woran glauben die Menschen?

00:46:34: findet das aus?

00:46:35: Und welche Drogen nehmen sie, um ihren Glauben auszuhalten?

00:46:38: Man kann einen Drogen wirklich viel erkennen.

00:46:40: Was ich momentan sehr spannend finde ist wie es LSD und Ecstasy oder MDMA wieder salonfähig geschafft haben weil Sie auf unseren Wunsch auf Heilung aufsetzen.

00:46:52: Also man kann mit... Es gibt ja jetzt so Coaching-Formate wo auch Führungskräfte dann fünf Stunden mit therapeutischer Begleitung MDMA oder LSD nehmen an schwere Blockaden rankommen und das Ganze, wo sie dann vielleicht in der Psycho-Analyse zwanzig Jahre gebraucht hätten.

00:47:10: Und danach sind sie eine bessere Führungskraft aber wird.

00:47:13: auch der Anspruch dass eine Führungskraft ihre persönlichen Befindlichkeiten nicht auf die Arbeitnehmer rauf knallen darf ist ja auch relativ neu und somit haben wir die passende Droge dafür dass wir irgendwie unseren Kram in den Griff kriegen, damit wir einfach für die anderen Leute besser funktionieren und sie nicht toxisch belasten.

00:47:32: Und so schafft es dann solche Drogen, die eigentlich vorher ein großes Bebbe waren – und nur für Leute waren, die irgendwo zum Burning Man gegangen sind – auf einmal gesellschaftlich salonfähig zu werden!

00:47:42: Ich war letztens auf dem Abendessen da war jemand der hat wirklich Schilland erzählt, wie er im Amazonas-Dschungel in Peru mit seinem Shaman unter einem Bananenblatt trockte und dann Ayahuasca getrunken hat.

00:47:56: Ayahuaska wird aus einer Baumrinde gewonnen – aus einem Urwald oder Regenwaldbaum.

00:48:03: Es ist hochgradig psychoaktiv und da Reinigungsprozesse durchlaufen ist und jetzt ein besserer Mensch ist.

00:48:10: Früher hätte jemand in der Position an so einem Abend erzählt, dass er eine Sekretärin heiratet!

00:48:16: Und das meine ich, dass ist Zeitgeist.

00:48:18: Wenn wir da sehen und sich das verschieben, die Sekretärin, da hat man keinen Status gewinnen mehr, denkt man oh je was stimmt da?

00:48:24: Was ist denn dein Problem?

00:48:26: Weißt du so nach dem Motto wenn du aber unter einem Bananenblatt sitzt mit irgendwelchen Drogen von Baumrinden dann sagt man ja cool also hast du jetzt emotionale Privilegien gewonnen ganz weit vorne.

00:48:37: mit dir kann man wahrscheinlich jetzt arbeiten und das ist das was mich an Zeitgeister begeistert dass er das hinkriegt, dass wir über etwas völlig neu denken, was vorher undenkbar

00:48:49: war.

00:48:49: Also die Zukunft ist spannend!

00:48:52: Wie ist denn deine persönliche Zukunft?

00:48:55: Die Zukunft der Kirstine Fratz?

00:48:58: du hast gerade dieses Buch... Das ist seit, ich glaube Juni, ne?

00:49:02: Ja.

00:49:03: Erschien im Gold-Eckverlag.

00:49:07: Bist du schon am nächsten

00:49:08: Buch dran?

00:49:12: Oder holst

00:49:12: du dich noch von dem und machst der Wald.

00:49:14: Ich weiß nicht, Lesung oder Ähnliches... Was erwarten wir von dir in naher Zukunft hier in Hamburg vielleicht sogar?

00:49:20: Also ich bin mal im Hamburger Tourismus-Tag, das spreche ich über Hamburg als Sehnsuchtsort, wie man da mit dem Zeitgeist arbeitet.

00:49:33: Grundsätzlich forsche ich weiter.

00:49:36: Ich gehe zum Beispiel gerne, wenn es meine Zeit erlaubt zurück an die Hamburger Uni.

00:49:43: Da gibt das nämlich ein tolles Programm, das nennt sich Kontaktstudenten.

00:49:46: Es gibt jetzt nämlich nicht mehr Gasthörer sondern sind Kontaktstudenten und ist ganz toll organisiert.

00:49:52: und das glaube ich, wenn ich richtig liege, ist ins Leben gerufen worden um vor allen Dingen Rentner an die Uni zu holen und der Einsamkeit vorzubeugen.

00:50:00: Und sie machen auch zusammen Reisen, es gibt auch einen Kontaktstudentencafé und ein Zoom-Treff.

00:50:06: Also ganz ganz toll!

00:50:08: Da gucke ich dann immer in den Vorlesungen bei Geisteswissenschaften, Ethnologie-, Kulturwissenschaft oder irgendwas ist was für mich eine Weiterbildung wäre wie ich meine Forschung weiter ausbauen könnte weil ich habe festgestellt dass ne Vorlesung Also ich war selber überrascht, aber es ist eine andere Substanz dann doch als ein YouTube Video.

00:50:30: Ich muss ganz ehrlich sagen also was natürlich auch bei Gesellschaftsforschung ist, ist diese absolute Neutralität und damit kann man arbeiten.

00:50:41: Damit kann man erkennen!

00:50:42: Und jetzt folgendes Semester mache ich Politik- und Wirtschaftsantrophologie und da weiß ich... Da mache ich geistig einen Riesensatz wie ob das jetzt hilfreich ist, um den Zeitgeist noch besser zu erforschen.

00:50:58: Also ich entwickle meine ... Wie man ein Zeitgeiss arbeitet, versuche ich auf dem Fundament Substanzlevel weiterzuentwickeln.

00:51:07: Aber die langfristige Perspektive ist, ich möchte irgendwann mal in meinem Leben eine Pfauenzucht haben und zwar möchte ich Pfauen züchten mindestens vier von.

00:51:18: Für mich sind Pfauen... Die sind so schön und sie entziehen sich unseren Nutzbarkeitsideal.

00:51:29: Und das finde ich einfach aufregend, und ich denke immer die haben sich irgendwo mal in der Tür geirrt, dass sie bei uns auf die Erde gekommen sind.

00:51:36: Sie sind so paradiesisch und das Pfauenmännchen geht ja den ganzen Tag spazieren mit bevorzugt zwei Weibchen Und ich wusste nicht, dass es die in unterschiedlichen Farben gibt.

00:51:47: Es gibt die in rosa, in rot, in schwarz und weiß oder bunt.

00:51:54: Ich bin einfach ergriffen von ihrer Schönheit und ich stelle mir so ein Lebensabend vor wo ich mich über die Nutzbarkeit keine Gedanken mehr machen muss!

00:52:03: Dein Weg dann mit den vierfarbigen Fauen.

00:52:08: Wird das in Eppendorf sein und davor stolzieren die faule Lenks?

00:52:11: Nein, ich werde da natürlich... Ich weiß gar nicht welche Lebensform ich dann haben werde aber ich kann mir auch vorstellen die Innenstadt vielleicht irgendwann mal zuverlassen.

00:52:23: Ich bin noch lange nicht so dabei, aber ich weiß auch nicht ob ich Frauen dann züchte oder ob mir die von der Vogelkrippe gleich wieder dahingerafft werden.

00:52:30: Letztendlich hab' ich ja gar keine Ahnung wie sowas geht!

00:52:33: Ich müsste dann auch mir YouTube-Videos angucken und die KI fragen

00:52:36: usw.,

00:52:37: weil dadurch bin ich natürlich auch näher dran als ich jemals in meinem Leben war.

00:52:44: Aber das ist mein Sehnsuchtsort.

00:52:47: Ob der jemals stattfindet, weiß ich nicht.

00:52:50: Das hängt damit zusammen bei mich alle Jahre die Leute übergefracht haben was fängt man denn mit Zeitgeistforschung an?

00:52:56: Wie ist denn das kümpte?

00:52:58: also verkauft es jetzt mehr hier und da Und ich musste dann irgendwann kleinlaut zugeben und sagen ne es ist ein Reflexionsangebot Ziemlich großes aber es ist eins Und ich glaube, für mich der Ritterschlag wäre, wenn ich mich irgendwann mal im Leben der Nutzbarkeit entziehen darf.

00:53:18: Christine, wenn du jetzt ... Das ist die letzte Frage!

00:53:22: Wenn du jetzt für dein Hamburg ein Wunsch frei hättest ans Universum und er wird sogar wahr...

00:53:29: Oh wow.

00:53:29: Was

00:53:29: wäre das dann?

00:53:33: Für Hamburg.

00:53:34: Nicht für mich.

00:53:35: Für

00:53:35: Hamburg?

00:53:36: In dem Du lebst irgendwie ja vielleicht auch für

00:53:38: dich.

00:53:38: Ja, also für Hamburg was wär da mein...?

00:53:43: Mein Wunsch.

00:53:44: Ach, es wären so viele!

00:53:46: Ja ich würde mir wünschen dass wir zusammenhalten und das wir uns sehen und man gesehen wird und dass wir nicht irgendwelche Interessen zum Fraß vorgeworfen werden.

00:54:13: Kirstine Fratz, ihr Buch Denkgefängnisse verlinke ich euch in den Shownotes.

00:54:18: Die der Hamburger Ausgabe mit ihr im Porträt natürlich auch!

00:54:22: Wenn ihr diesen Podcast mögt unterstützt uns indem ihr ihm folgt teilt kommentiert das hilft uns sichtbarer zu werden und haut gerne noch ein Magazin ab oben drauf.

00:54:33: dann verpasst ihr wirklich keine Hamburg Story mehr.

00:54:37: Ich sende Grüße und liebe.

00:54:38: an unseren Sound sind Pots Post-Producer Stefan Änderigkeit An die Frau, die diesem Podcast mit Covers versorgt und auf die Homepage bringt Laura Matamorosch.

00:54:49: Und an das gesamte Team vom Hamburger – und natürlich an Dächter draußen!

00:54:54: Weil du uns zuhörst.

00:54:56: Fragen, Themen, Ideen oder Anmerkungen gerne per Mail?

00:54:59: An hello at soundsandports.studio findet ihr auch in den Shownotes.

00:55:05: Wir freuen uns wenn wir von dir lesen Bleibt gesund und stark auf bald.

00:55:11: Euer Team vom

00:55:28: Hamburger.

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